Apropos ... Absagen: Julia Lezhneva
Frau Lezhneva, brauchen Sie eine längere Pause?
Nein, aber ich habe tatsächlich eine ganze Reihe von Produktionen abgesagt. Nach den «Hugenotten» in Brüssel hatte ich das Gefühl, mich übernommen zu haben. Also bin ich meinen Kalender noch einmal durchgegangen. Und habe mit Marc Minkowski gesprochen. Er versteht meinen Fall.
Worin besteht Ihr «Fall»?
Ich bin noch sehr jung. Und meine Stimme ist sehr lyrisch. Im Grunde bin ich bis heute nicht ganz sicher, um was für einen Typ von Stimme es sich bei mir handelt.
Als ich Minkowski vor etwas mehr als zwei Jahren kennenlernte, dachte ich noch, ich sei Mezzo. Gemeinsam mit meinen Lehrern Dennis O’Neill und Yvonne Kenny habe ich erst entdeckt, dass ich eher ein Sopran bin.
Inwiefern war der Page Urbain in den «Hugenotten» zu viel?
Es war nicht die Rolle selbst, sondern das riesige Orchester! Ich hatte außerdem nur jeweils zwei Tage Pause zwischen den Aufführungen. Dazu die hohen Noten, das viele Forte! Noch drei Monate danach fühlte sich meine Stimme irgendwie schwerer an. Da habe ich doch einen Schreck bekommen. Es scheint mir besser, auf eine Reihe von Aufführungen, die geplant waren, zu verzichten.
Für Ihre bei der Firma Naïve ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser
Es war eine Zufallsbegegnung, die Henri Dutilleux und Renée Fleming in einem Studio von Radio France zusammenführte und die Idee einer Auftragsarbeit zeitigte. Geraume Zeit später wurde die Sängerin für die Uraufführung von «Le Temps l’horloge» eingeladen, in der ersten Version drei Lieder, die im Dezember 2006 unter James Levine uraufgeführt wurden. Die Endfassung...
Wer sämtliche sieben Todsünden benennen kann, kriegt einen Schnaps! Diese Spielregel wäre perfekt als Anleitung für einen alkoholfreien Abend. Denn: Keiner kann es. (Erhöhter Schwierigkeitsgrad: Man sage sie auf Lateinisch.) Dies feststellend, hat man den Sprengstoff, der in Brecht/Weills letzter Zusammenarbeit von 1933 noch immer beschlossen liegt, präzise am...
Inszenierungen von Tschaikowskys «Eugen Onegin» kommen um einen gewissen Kostümzauber und russisches Lokalkolorit kaum herum. Denn das Seelendrama innerer Konflikte ist ohne die zeitliche Verortung im ländlichen Russland des späten 19. Jahrhunderts nur schwer plausibel zu machen.
Am Essener Aalto-Theater wagt Regisseur Michael Sturminger dennoch die radikale...
