Sinn und Sinnlichkeit

Mélodies von Berlioz bis Dutilleux mit Renée Fleming, Natalie Dessay und Marie-Nicole Lemieux

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Es war eine Zufallsbegegnung, die Henri Dutilleux und Renée Fleming in einem Studio von Radio France zusammenführte und die Idee einer Auftragsarbeit zeitigte. Geraume Zeit später wurde die Sängerin für die Uraufführung von «Le Temps l’horloge» eingeladen, in der ersten Version drei Lieder, die im Dezember 2006 unter James Levine uraufgeführt wurden. Die Endfassung – nun vier Lieder und ein Zwischenspiel – wurden am 7. Mai 2009 mit dem Orchestre National de France unter Seiji Ozawa aufgeführt und mitgeschnitten.

Der Zyklus ist eine musikalische Meditation über die Zeit: über die, welche «in der Uhr verging» und die andere, welche «stillschweigend in uns vergeht». Die ersten drei Texte stammen von den Poeten Jean Tardieu und Robert Desnos, der vierte von Charles Baudelaire: eine Hymne, stets trunken zu sein, um die Last der Zeit ertragen zu können. Es sind Gedankenspiele aus der Welt der Träume, deren fantastischen, surrealen Imaginationen Renée Fleming, stimmlich in glänzender Form, mit seismografischem Sensorium nachspürt.

Auf Wunsch des Komponisten hat sie auch zwei Sonette nach Texten von Jean Cassou gesungen: Das zweite, «J’ai rêvé que je vous portais entre mes bras», ein ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 16
von Jürgen Kesting

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