Liedhafte Intimität

Wagner-Gesang früher und heute – drei Produktionen legen Unterschiede offen

Opernwelt - Logo

«Ferdinand Leitner, ja der konnte alles, den ganzen Wagner genauso wie Fortner, Orff und Weill. Und er konnte es gut! Das war eben kein Routinier, sondern wirklich ein hervorragender Musiker». So urteilte Martha Mödl über den Dirigenten, dessen Image lange Zeit von seiner Stuttgarter Zeit geprägt war. Das Württembergische Staatstheater wurde in den fünfziger und sechziger Jahren ebenso durch die Regiearbeiten Wieland Wagners geformt: Stichwort «Winter-Bayreuth». Zusätzlich polierte es seinen Ruf durch wertvolle Exportarbeit in Form von Reisen.

Nach Paris begaben sich die Stuttgarter erstmals im Jahr 1952, als sie am Théâtre des Champs-Elysées mit «Tristan und Isolde» gastierten – ein damals nicht zuletzt politisch heikler Akt.
Zwei Jahre später wurde an der Opéra Garnier ein «Parsifal» mitgeschnitten, bei dem zwar der Stuttgarter Chor, nicht aber das Württembergische Staatsorchester, sondern das Orchestre de l’Opéra de Paris mitwirkte. Dieser Abend vom 26. März 1954 ist nun auf CD nachzuvollziehen. Über Herkunft und Qualität der Bänder schweigt sich das spärliche Booklet aus.
Wie in den Bayreuther Produktionen unter Knappertsbusch von 1951, 1952 und 1954 singt Wolfgang Windgassen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Medien/CDs, Seite 29
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Vollendet das ewige Werk?

Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...

Reine Menschlichkeit

Vom Mantuaner Gonzaga-Hof anno 1607 in die Gegenwart (Schlussbild) hatten William Christie und Pier Luigi Pizzi das Publikum vor einem Jahr am Teatro Real mit «Orfeo» geführt (OW 7/2008). Schauplatz des zweiten Teils ihrer Monteverdi-Trilogie (in Kooperation mit dem Teatro La Fenice, Venedig) ist jetzt eine griechische Insel der Gegenwart. Sand, der den...

Lauter Ausrufezeichen

Übersichtliches Personal, bekannter Stoff, erprobtes Drama: Man könnte glatt meinen, Alban Bergs «Wozzeck» sei eine für Schauspielregisseure bestens geeignete Oper. Also auch für den Mainzer Intendanten Matthias Fontheim. Sollten ihm die starken Emotionen und schnellen Entwicklungen des Stücks nicht eher liegen als «Der Rosenkavalier», an dem er letztlich...