Wiedergutmachung
Diese Schrecksekunde hat schon jeder Opernfreund erlebt: Wenn einer am Anfang vor den Vorhang tritt, wird meist eine Umbesetzung oder die Indisposition eines Sängers annonciert. In der zweiten Vorstellung von «Tristan und Isolde» waren aber weder Tenor noch Sopran unpässlich, vielmehr ein Bratscher und ein Cellist kurzfristig krank geworden. Da wurde man einmal daran erinnert, dass das Orchester in der Oper – besonders bei Wagner – auch eine Hauptrolle spielt. Und in einer vergleichsweise kleinen Formation wie der Magdeburgischen Philharmonie zählt tatsächlich jede Stimme.
Es lag allerdings nicht an den Ausfällen, dass das Vorspiel etwas spannungslos geriet. Auch in der Folge wirkte Kimbo Ishii-Etos Dirigat eher sachlich. Doch nach und nach erwies sich der Verzicht auf Klangrausch als großer Vorteil, das Orchester wusste beredt zu erzählen und die Szene zu unterstützen, das «Kammerspiel», welches Regisseur Stephen Lawless im Sinn hatte, konnte tatsächlich stattfinden. Die variable Einheitsszenerie von Frank Philipp Schlößmann – eine holzvertäfelte Schiffskajüte, durch deren Mitte ein Riss geht, der sich schließt, sobald die Liebenden sich finden – bietet einen optisch sinnfälligen ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Ekkehard Pluta
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Ganz schön kompliziert, dieser «Ring». All die Fabelwesen mit den drolligen Namen, all die verworrenen Geschichten vom Urschleim bis zum Weltenbrand. Und erst das, was da aus dem Orchestergraben rauscht. Tönende Signale, die ständig auf irgendwen verweisen oder an irgendwas erinnern. Da kann man als Anfänger schnell den Überblick verlieren. Wer sich einfach so in...
Schmacht, schmatz, grummel, tob, peng, ächz, krächz, schluchz. Verdis Troubadour in Sprechblasen? «Alles drängte in ihm zum Ausruf, zum Aufschrei, zur Kürze. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er Opern komponiert, deren Text nur Jubelrufe, Freudenlaute, Seufzer, Schmerz- und Racheschreie hätten sein müssen...» Dass das Programmheft zu Philipp Stölzls...
