Wagner für Einsteiger

Alltagssprech, Anekdoten, Steckbriefe, Analysen: Fünf neue Titel versprechen Orientierungshilfe

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Ganz schön kompliziert, dieser «Ring». All die Fabelwesen mit den drolligen Namen, all die verworrenen Geschichten vom Urschleim bis zum Weltenbrand. Und erst das, was da aus dem Orchestergraben rauscht. Tönende Signale, die ständig auf irgendwen verweisen oder an irgendwas erinnern. Da kann man als Anfänger schnell den Überblick verlieren. Wer sich einfach so in die Es-Dur-Fluten des «Rheingold» stürzt, säuft irgendwann ab.

Oder steigt schon aus, bevor das Drama Fahrt aufnimmt, der erste Tote auf den Brettern liegt und Wotan mit seiner Göttersippe über den Regenbogen nach Walhall zieht. Was Wagner in seinem unhandlichen opus magnum – aus antiken und nordischen Mythen zusammengeklaubt, in Stabreime und Zauberklänge gefasst – an vier Abenden aufrollt, ist so ungeheuerlich, so maßlos, so «vielstoffig» (Carl Dahlhaus), dass nicht nur Ahnungslose gern zu Orientierungshilfen greifen.
Einführungen gehen immer. Zumal solche, die den schweren Stoff leicht zu machen versprechen und vorgeben, ein sprachlicher Transfer ins Hier und Heute räume alle Hindernisse aus dem Weg. Meist heißt das: Nacherzählung der Handlung in angesagtem Alltags- oder Szenesprech. Stefan Kaminski etwa hat damit ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Albrecht Thiemann

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