Bauchschuss, gnädige Frau!

Strauss: Arabella Köln / Oper

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Die Oper Köln hat zur neuen «Arabella» ein Filmchen ins Netz gestellt, in dem das kanadische Produktionsteam Barbe & Doucet (so der Firmenname) seine Absichten mit der Lyrischen Komödie von Hofmannsthal und Strauss kundtut ‒ das heißt: Eigentlich redet nur Renaud Doucet, der Regisseur, während sein Ausstatter André Barbe konsequent schweigt.

Auf der Bühne kommt es dann genau umgekehrt.

Während Doucet die Darsteller in bescheidener Zurückhaltung meist von links nach rechts, gern aber auch direkt an die Rampe führt, ruft uns Barbes Bühnenbild fortwährend «Bedeutung!» zu: mit einem überdimensionalen, abgestürzten Lüster, der wie eine Zimmerlinde aus Böhmisch Kristall stoisch in der Ecke verharrt; mit einer abgehobenen Palais-Fassade, in die ein zerfledderter Kaiseradler hineingebrannt ist; und da gibt es auch noch diese undurchdringliche Eiswand. Wir verstehen: Hofmannsthals Welt ist ein Kühlschrank der Gefühle und Werte, in dem Arabella ‒ stolz und schön, aber auch überreif wie die Donaumonarchie ‒ unbedingt eine gute Partie machen muss, um die Familienfinanzen zu sanieren.

Emma Bell singt die schwierige Titelpartie vielleicht eine Spur zu dramatisch, aber mit Noblesse und einigen ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Michael Struck-Schloen

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