Markt der Möglichkeiten

Minioper, Monodrama, Multimedia – ein Rückblick auf die zwölfte Berliner MaerzMusik

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Neue Musik – ein schillernder Begriff. Wertfrei definiert, müsste er eigentlich alles Zeitgenössische bezeichnen. Das sogenannte avancierte Klanggeschehen in Darmstadt oder Donaueschingen wie das Massengut kommerzieller Pop-Produkte. Tut er aber nicht. Wenn von Neuer Musik die Rede ist, schwingt immer ein normativer Anspruch mit: die Forderung nach Unerhörtem, nach substanzieller Erweiterung des Materials.

Im Ruf nach einer «zweiten Moderne» hallt sie noch nach, die Sehnsucht nach dem wegweisend Neuen, nach Klängen, die dem Lauf der Musikgeschichte eine Wende, eine Richtung geben könnten. Müssten. Sollten. Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt: Ein belastbarer Konsens über das Neue in der Neuen Musik ist nicht mehr zu erkennen. Stattdessen: Anything goes, jeder darf nach eigener Façon selig werden auf dem globalisierten Markt der Möglichkeiten.

Wenn die seit zwölf Jahren veranstaltete MaerzMusik als «Festival für aktuelle Musik» firmiert, so bezeichnet dieser Untertitel nicht zuletzt die Abkehr vom Denken der alten Avantgarde. Matthias Osterwold, der Künstlerische Leiter des Berliner Festspielunternehmens, feiert lieber das pluralistische Nebeneinander unterschiedlichster ...

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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Albrecht Thiemann

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