Weltpolitischer Ballast

Strauss: Ariadne auf Naxos Glyndebourne / Festival Opera

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Die Opern von Richard Strauss gehören in Glyndebourne seit Jahrzehnten zum Repertoire. Katharina Thomas hätte ihre Neuproduktion von «Ariadne auf Naxos» also gar nicht mit künstlichem Lokalkolorit schminken müssen, um dem Publikum ihr britisches Regiedebüt schmackhafter zu machen. Dennoch verlegt sie Prolog und Oper unverkennbar ins Glyndebourner Landhaus von Festivalgründer John Christie und siedelt das Stück im Zweiten Weltkrieg an.

So ist es denn auch ein kleiner coup de théâtre in Form eines Bomben­angriffs der deutschen Luftwaffe, der die Vorbereitungen zum eigentlichen Opernspektakel, der Vorstellung von «Ariadne» als Theater auf dem Theater, jäh unterbricht – und die Zuschauer nach dem Vorspiel zum kulinarisch üppigen Dinner entlässt.

Nach der Pause hat sich die von Julia Müer entworfene Theaterszene in ein Lazarett mitsamt Feldbetten und traumatisierten Verwundeten verwandelt. Hofmannsthals Nymphen treten als Rotkreuz-Krankenschwestern auf und kümmern sich um die psychologisch angeschlagene Ariadne, während Zerbinetta und ihr Commedia dell’arte-Gefolge in identischen, gestreiften Cricket-Blazern agieren – mehr oder weniger angestrengt wirkende, im Hinblick auf Personenregie ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Tom Sutcliffe

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