Elegische Konsonanz
Auratisch gedeckte Farben, eine suggestive Sepia-Tönung von unnachahmlicher Konsonanz, dazu hinreißend elegische Bitterstoffe besaß die Stimme der englischen Mezzo-Sopranistin und Altistin Janet Baker. In den 1960er bis 80er-Jahren kam ihr eine beherrschende Stellung in der britischen Gesangsszene zu. Die Opernbühne eroberte sie mit Rollen von Purcells Dido bis zu Waltons Cressida, von Orfeo über Vitellia bis zu Maria Stuarda.
Die Herkunft aus der Chorszene blieb stets hörbar und lebendig. Schrille Töne hat Janet Baker nie angeschlagen.
Dazu fügte sich die Stimme zu sehr in einen imaginären Chorsatz ein. «Dame of the British Empire» – der Titel, mit dem sie 1976 geadelt wurde, kennzeichnet ihr Künstlertum insgesamt. Zu ihrem 80. Geburtstag am 21. August hat die EMI, wo Baker seit 1964 unzählige Aufnahmen machte, eine Quersumme ihres Gesamtwerks gezogen. Auf 20 CDs zu einem Schleuderpreis hört man die Sängerin in Werken aller Genres und Epochen. Keine Überraschung, dass Katalog-Klassiker wie Brahms’ «Alt-Rhapsodie» und Brittens «Sea Pictures» unter Adrian Boult mit dabei sind, ebenso die erdig funkelnden Mahler-Lieder mit John Barbirolli am Pult. Inkunabeln der frühen Stereo-Ära.
Ge ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Kai Luehrs-Kaiser
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