Stimmen, Laute, Geräusche
Der Tarnhelm ist ein roter Zahnputzbecher. Durch ihn hat sich Alberich in einen Riesenwurm verwandelt – und auch der braucht keine grüne Schuppen, Bühnennebel und Bodenversenkung. Der Schauspieler Stefan Kaminski, von eher zierlicher Figur, steigt in Jeans und T-Shirt auf seinen Drehstuhl und schlägt sich wild auf die geschwellte Brust. Die junge Live-Hörspiel-Gemeinde am Deutschen Theater Berlin versteht das Selbstzitat – eine Reminiszenz an das «King-Kong»-Hörstück vom letzten Sommer.
Jetzt kommen die meisten hier erstmals mit Wagner in Berührung und werden ihn zwangsläufig mit «King Kong» vergleichen. Ergebnis: «Der Ring des Nibelungen», oh Wunder, ist in seinen Theatermitteln spartanisch, in seiner Erzählhaltung lakonisch und fein. Jedenfalls bei «Kaminski On Air». Seit Dezember ist Stefan Kaminskis «Rheingold»-Adaption, auf der kleinsten Nebenbühne des Hauses, ausverkauft. Doch auch in den größeren Kammerspielen, wo der eigenwillige Audiokünstler nun spielen darf, setzt er nur selten exaltiert auf Körperlichkeit. Die optischen Mittel reichen gerade, um die Hörfantasie der Zuschauer in die richtige Richtung zu lenken. Ein bohrender Blick, ein kurzes Zusammenkneifen des ...
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