Wie spielt man Suche?
Gut möglich, dass Sven Lehmann der tiefentspannteste Mephisto war, den man bis dato im Theater sehen konnte. Wie er dem viel größer gewachsenen Faust des Ingo Hülsmann mit nachgerade zärtlicher Seher-Geste in regelmäßigen Abständen den Kopf auf die Schulter legte, während der sich in akademischer Streber-Manier schweißtreibend neben ihm abhampelte, wird keiner, der die Inszenierung gesehen hat, vergessen.
Es lag eine große Kraft in diesem «Mephisto» – wie in allen Figuren, die Lehmann spielte: Nicht nur die Kraft einer vollständig besserwisserfreien Empathie, sondern auch die Kraft der Suche – eine Lust zu denken und mit den Dingen zu ringen, die selten geworden ist. Sven Lehmann wird schmerzlich fehlen. Am 3. April ist er nach schwerer Krankheit im Alter von 47 Jahren gestorben.
Als wir uns vor neun Jahren zu einem Interview in der Kantine des Deutschen Theaters trafen, wo Lehmann seit 2001 Ensemblemitglied war, erzählte er beglückt von dem Vortragsmarathon, mit dem internationale Goethe-Koryphäen die Beteiligten für Michael Thalheimers «Faust»-Inszenierungen diskursfit gemacht hatten: «Das ging von früh um zehn bis abends um acht, es war wunderbar! Ein Plädoyer für den klugen ...
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Nachruf, Seite 52
von Christine Wahl
Aachen, Grenzlandtheater
28. Hübner, Nachtgeschichte
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
17. Ibsen, Hedda Gabler
R. Ludger Engels
Aalen, Theater der Stadt
11. Goethe, Faust
R. Katharina Kreuzhage & Nikolaos Boitsos
12. Funke, Die wilden Hühner geben Fuchsalarm
R. Petra Jenni
Altenburg/Gera, TPT
25. Fransz, Medea (DE)
R. Jürg Schlachter (in Gera)
Baden-Baden, Theater
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Zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen beschenkt die britische Kult-Physical-Theatre-Gruppe «Told by an Idiot» sich und die insulare Theaterwelt mit einer wunderbar skurrilen neuen Produktion. «Idiot»-Veteran Paul Hunter kickstartet «My Perfect Mind» in weißem Kittel, Walle-Perücke und perfektem Deutsch. Besonders Letzteres für einen Engländer eine grandiose Leistung:...
Jetzt hat auch Carmen-Maja Antoni, die schon als Pionier des DDR-Kinderfernsehens ein Star war und heute nicht nur als Hotti Krauses Schwester Elsa das Fernsehpublikum, sondern als Brecht-Interpretin auch die Theaterzuschauer mitten ins Herz zu treffen versteht, ein Buch geschrieben: «Im Leben gibt es keine Proben», das sie der Journalistin Brigitte Biermann in die...
