Wie frei ist die Freie Szene?

Die freie Theaterlandschaft verändert sich. Gerald Siegmund im Gespräch mit Martine Dennewald und Marcus Droß vom Künstlerhaus Mousonturm über Innovation und Professionalisierung, Produktorientierung und Liegenschafts–management und das Selbstverständnis eines Produktionshauses

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Gerald Siegmund Der Begriff der Freien Szene wurde in Deutschland mit Verspätung in den 1980er Jahren geprägt, wo er verbunden war mit einem bestimmten soziokulturellen Milieu, für das freies Theater in Abgrenzung zum institutionellen Stadt- und Staatstheater stand. Die Abgrenzung erfolgte in Bezug auf Themen, Ästhetiken, Spielweisen und verstärkt seit den 1990er Jahren auch im Hinblick auf die Produktionsweisen der Gruppen.

Macht diese Trennung in Freie Szene und Stadttheater heute noch Sinn?
Martine Dennewald Wenn ich als Ausländerin von außen draufschaue, frage ich mich, was diese Freie Szene heute eigentlich ist. Von ihren Produktionsweisen her betrachtet, sind schätzungsweise 90 Prozent der Künst­ler, die in Frankfurt leben und arbeiten, «freie» Künstler. Das bedeu­tet, dass wir von einer Mehrheit sprechen und nicht mehr länger von einer Minderheit oder einer Außenseiterposition zu etwas Etabliertem. Meiner Erfahrung nach entscheidet sich die jüngere Generation von freien Theaterkünstlern nicht mehr gegen eine Institution wie das Stadttheater, sondern sie beansprucht ganz selbstverständlich und selbstbestimmt gewisse Merkmale dieses freien Arbeitens wie Produktionsstrukturen, ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Freie Szene, Seite 36
von Gerald Siegmund

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