Welttheater? Absurd!
TH Matthias Lilienthal ist einer der wenigen Auserwählten, die Theater der Welt gleich zwei Mal kuratieren durften. Das erste Mal 2002 in Bonn, Düsseldorf, Köln und Duisburg. Damals stand eine programmatische Äußerung im Vorschauheft: «In den 70er und 80er Jahren ist das Vertrauen in Politik verloren gegangen, in den 90ern gab es dann ein Vertrauen in die Ökonomie, das auch verloren gegangen ist. Theater hat wieder die Chance, einen neuen Begriff des Sozialen und Politischen zu bestimmen.
» Was hat sich denn seit 2002 geändert?
Matthias Lilienthal Diese Hoffnung, die ich da beschrieben habe, war etwas trügerisch. Wir alle haben jetzt das Vertrauen in Banken und Investmentbanker verloren, und der Gestaltungsanspruch für Intellektuelle hat sich seitdem überhaupt nicht eingelöst. Trotzdem halte ich den Anspruch aufrecht. Und in den Nuller Jahren hat sich ja auch einiges bewegt.
TH Was macht man anders heute bei Theater der Welt?
Lilienthal Ich mache alles genauso. Ein Punkt der Fortsetzung ist das «X Firmen»-Projekt. 2002 haben wir zum ersten Mal das Format X Wohnungen ausprobiert, was seitdem seine Kreise gezogen hat. Bei der Annäherung an Mannheim ist mir aufgefallen, wie sich ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Akteure, Seite 50
von
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Was über Hedda alles schon gedacht wurde! Verkörperung von Langeweile und Ästhetizismus, hysterisches Subjekt, Beispiel für die Unmöglichkeit weiblicher Authentizität, der Einspruch des Schönen gegen die Güte: All das war mal Hedda Gabler.
Roger Vontobels Inszenierung ignoriert die Tradition. In Bochum sieht man einen ungewöhnlichen Hedda-Typus: kein feminines...
TH Herr Reichel, Herr Carp – Sie kommen beide von Theatern, die vor drei Jahren zum Theatertreffen eingeladen waren. Was hat die Jury denn dieses Jahr in Schwerin und Oberhausen übersehen?
Peter Carp Wir waren leider etwas zu spät mit dem australischen Regisseur Simon Stone und dessen spannender «Orestie». Stone haben wir als erstes europäisches Haus produziert....
