Von Hunden und Heimkehrern
Schlendert man mal nicht nur schaufensterbummelnd, sondern auf der Suche nach dem «Theater der Stadt» über Münchens Edelboulevard Maximilianstraße, muss man schon genau hinschauen, um nicht an den beiden tunnelartigen Eingängen ins Foyer der Kammerspiele vorbeizugehen. In der neogotischen Fassadenherrlichkeit kommt das Theater nicht vor, und oft genug findet nicht einmal der Taxifahrer die richtige Stelle.
«Das muss sich ändern», war einer der ersten Gedanken des neuen Intendanten Johan Simons, «ich will, dass man abends in der Maximilianstraße ein Haus sieht, wo Licht brennt, wo man denkt, ah, da möchte ich rein, da findet Zauberei statt.» Bühnenbildner Bert Neumann und seine Partner vom Grafikbüro LSD, die schon das Branding von Simons letzter Wirkungsstätte, dem NT Gent, entwickelten, setzten die Idee um, und so leuchtet München seit dem 7. Oktober 2010 noch ein bisschen heller – wenn auch der neue Energiesparstandard den schönen Schein etwas trübt. Hunderte von kleinen Glühbirnchen, Zitate vom Rummelplatz, aber ordentlich aufgeräumt in Reih und Glied, verwandeln die schmucklosen Schlauchgänge zwar nicht unbedingt in gleißende Pforten der Verheißung, bieten aber Orientierung ...
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