Kraftproben von Macht und Recht
Der Anfang des Fünfteilers ist für Polen eine Schmerzstelle: «Wir lagen zwischen Moskau und Berlin ... Zweitausend Kilometer weit Berlin / Einhundertzwanzig Kilometer Moskau», denn das besetzte Polen kommt in Müllers Stück über die Spur der Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg mit keiner Silbe vor. Im Teatr Polski wird diese Eröffnung unzählige Male wiederholt und auf die Rückwand projiziert – im Ganzen wird diese späte polnische Erstaufführung der «Wolokolamsker Chaussee» noch sehr daran erinnern, wie die Panzerspur auch durch die eigene Geschichte ging.
Fünf Schreibtische, drei Männer in wechselnden Situationen, Kraftproben von Macht und Recht. Die junge Regisseurin Barbara Wysocka (die im Kino als Schauspielerin in Robert Thalheims «Am Ende kommen Touristen» zu sehen war) hat für das Stück eine klare Grundsituation gewählt, die alle nötigen Variationen für die fünf Stationen des nach der Haft ausgereisten Funktionärsadoptivsohns erlaubt – vom Schützengraben vor Moskau bis nach Westberlin. Zu Beginn sitzt der Kommandeur als Rentner rechts auf einem Lehnstuhl und erinnert sich: Vorn er selbst als Offizier mit offenem Hemd, links an der Schreibmaschine sein Widersacher, der ...
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Man hat in Ivo van Hoves Molière-Inszenierung verdächtig viel Zeit, sich über die Requisite Gedanken zu machen. Zum Beispiel über das Party-Buffet, das die schicke Clique des It-Girls Célimène an einem Freitagabend auf ihrem Wohnzimmertisch auspackt. Ist es plausibel, dass diese gut gekleideten Yuppies, die ständig auf teuren Mobiltelefonen und Handrechnern online...
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