Voll Yesterday
In seinem Erstlingswerk «Krauses Erzählungen» stellt sich der 31-jährige Daniel Gurnhofer – Doktorand der Erziehungswissenschaften – einen «arbeitslosen Melancholiker» namens Krause vor, der seit zehn Monaten seine Wohnung nicht verlassen hat. Infolge ausufernden Drogenkonsums wird Krause in seiner mit Pizzakartons zugemüllten Bude, die wiederum dem Regisseur Sascha Hawemann zum Stichwort «arbeitslos» eingefallen ist, nacheinander von drei Zwergen, Gott und einer Theatergruppe heimgesucht.
Sagt die Schauspielerin Sandy zum Regisseur Victor: «Ich hatte mal einen Erste-Hilfe-Kurs.» Darauf er: «Gut zu wissen. Für Mund-zu-Mund-Beatmung bist du meine erste Wahl.»
Dafür, dass sich über Humor angeblich streiten lässt, sah zumindest die Fachwelt in der «Langen Nacht der Autoren» am Deutschen Theater sehr einhellig deprimiert aus. Die diesjährige Alleinjurorin Elke Schmitter hatte sich – «Make me laugh!» – Komödien gewünscht.
Und vor Gurnhofer hatte sich bereits Judith Kuckart – Autorin preisgekrönter Romane –
unter dem Motto «Paradiesvögel» ertragsarm über eine Schuhverkäuferin, einen Bratfischbudenbesitzer, einen ausgemusterten Polizisten und weitere Reißbrett-Existenzen eines ...
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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Christine Wahl
«Ein bleibendes Stück für die Theatergeschichte» möchte Peter Handke mit seiner im Jahr 1836 beginnenden Familiengeschichte «Immer noch Sturm» geschrieben haben. Und mindestens vier Stunden soll es dauern! Mal sehen, ob Dimiter Gotscheff diesen bescheidenen Wünschen bei seiner Uraufführung für die Salzburger Festspiele und das Hamburger Thalia Theater gerecht wird....
Gerhard Preusser Herr Weise, Sie haben erklärt, für eine Verlängerung Ihres Vertrages als Generalintendant der Bonner Bühnen nach 2013 nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Klaus Weise In meiner Zeit als Generalintendant wurden vierzehn Millionen per annum weniger an Finanzierung ans Theater gegeben. Das bedeutet einen Verlust von 230 Mitarbeitern. Ich hätte nach...
Auf die Frage, ob er in Heidelberg länger als in Tübingen verweilen würde, meinte Peter Spuhler zu Beginn seiner Intendanz, das sei er schließlich seinem guten Ruf schuldig. Denn in Tübingen, der Station zuvor, war er nur drei Jahre geblieben. In Heidelberg sind es sechs Jahre geworden, und Spuhler muss nicht fürchten, als flatterhaft zu gelten, obwohl er weiterhin...
