Unter Menschenfressern
Die Zeitungen, Radio- und Fernsehnachrichten quollen über in diesen Tagen von Skandalen ganz nach Bauart des altvertrauten Klischees von der südamerikanischen Bananenrepublik; nur dass es halt derzeit die Hoffnungsträger von gestern sind, die augenscheinlich die Finger nicht lassen können vom schmierigen Spiel um Privilegien und Pfründe bei der staatlichen Post. Wie überall und immer wieder, und unabhängig auch von Farben und Ideen, geht Machterhalt vor Gewissen; Bananenhändler bleibt Bananenhändler.
Wir Nachgeborenen der Kolonialisten vergangener Jahrhunderte können da bekanntlich seit einiger Zeit kompetent mitreden – aus profunder eigener Euro-Erfahrung. Und wie sich Ulrich Becks analytisches Soziologen-Wort von der «Brasilianisierung» am Standort Deutschland auf unterschiedlichste Weise als außerordentlich gegenwärtig und wahrhaftig erwiesen hat, so antwortet Brasilien auf abgründig-selbstverständliche Art.
Natürlich kommt am Ende auch Uta Atzpodien, Theaterwissenschaftlerin in Hamburg und über viele Lebensabschnitte hin eng verbunden mit den verschiedenen Theater-Szenen Latein- und Südamerikas, um Becks erhellende Zustandsbeschreibung nicht herum. Aber da ist sie schon beim ...
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Erste Szene
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