Unfreiwillige aller Vaterländer

Matthias Pees geht in Frankfurt essen, hört einen Vortrag in Rio de Janeiro und fährt zu einem Vortrag nach Berlin

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«Nous sommes embarqués dans la vie … Cela n’est pas volontaire, vous êtes embarqué … Nous sommes tous le produit de nos croyances.» (Blaise Pascal)

1 «Paladar Latino»

Neulich brauchte ich Hilfe beim Abschluss eines neuen Mietvertrags für den Mousonturm und ging deshalb mit dem Frankfurter Planungsdezernenten Mittagessen.

Er heißt Mike Josef, ist als Kind aus Syrien nach Deutschland geflüchtet, und sein Dezernat IV (Planen und Wohnen) ist im Gebäude der Stadtwerke untergebracht, ein ebenso unübersehbarer wie unansehnlicher Klotz von einem Kundenzentrum an der Kurt-Schumacher-Straße, das in den 1980er Jahren direkt vor dem Jüdischen Friedhof auf den Überresten der Judengasse errichtet wurde, des alten Frankfurter Ghettos. Wir liefen neben dem Friedhof die nur wenige hundert Meter kurze Battonnstraße hinunter und erreichten am Allerhei­ligentor das «Paladar Latino», einen kolumbianischen Schnell­imbiss, in den man wegen der Palmen-, Liegestuhl- und Strandaufkleber an den Scheiben von außen kaum hineinsehen kann. Drinnen, hinter der Theke, stiegen wir eine unscheinbare schmale Treppe ein halbes Stockwerk hinauf in eine Art versteckten Gastraum mit so niedriger Decke, dass sich ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (1), Seite 16
von Matthias Pees

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