Billiger sterben
In Svenja Viola Bungartens Debütstück kommt das Schicksal charmant und leichtfüßig daher. Mit der großen Frage des Lebens, ob es das nun schon gewesen sei, stehen Ute K. und Beate des nachts an der Straße. Es sind zwei ältere Frauen, die vielleicht das Schönste in ihrem Leben noch vor sich haben. Hoffen sie jedenfalls. Sie glauben daran und arbeiten dafür, dass das Beste noch kommt.
Sie wollen nach Okinawa, dort in der Sonne sitzen, vor sich hin schrumpeln und uralt wer-den, zu zweit. Doch da ist noch der Willi, Ute K.
s Ehemann, der seit zwei Jahren krank im Sessel sitzt und am liebsten Unterwasserdokumentationen schaut. Doch für Beate ist das kein Hindernis. Sie liebt Ute K. – und eine große Liebe kann man nicht aufhalten. Weil die Rente zu klein ist, beginnen Ute K. und Beate mit Medikamenten, die eigentlich für Willi bestimmt sind, zu dealen. So wollen sie ihre Reisekasse auffüllen. Doch bevor der gemeinsame Lebensabend finanziert ist, stirbt Willi. Er muss unter die Erde. Dringend! Doch Totsein ist teuer. Und das Ersparte ist hart verdient. Auf der Suche nach der günstigsten Bestattungsvariante finden die beiden Frauen das Bestattungsinstitut Jason und Piotr Nagel: «Death ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 167
von Barbara Bily
TH «Am Königsweg» ist, wenn wir richtig rechnen, Ihre erste Inszenierung eines Stücks von Elfriede Jelinek?
Falk Richter Nicht ganz. Ich habe vor zehn Jahren am Wiener Akademietheater «Ernst ist das Leben» inszeniert, eine Überschreibung von «Bunbury». Aber das war natürlich kein typischer Jelinek-Text. Da gab es noch Figuren, Dialoge, entliehen von Oscar Wilde. ...
Das Theater kann in der aktuellen Wertedebatte um die Begriffe «Heimat» und «Integration» eine besondere Stellung einnehmen. Es kann Haltung beziehen in seiner programmatischen Themensetzung, aber auch soziale Praktiken in seiner eigenen Arbeitsweise vorstellen.
Schon lange fühlen sich nicht alle Bevölkerungsschichten ins Theater geladen, das ist aber nicht erst...
Wie ist es möglich, Identitätsgrenzen zu überwinden? Kann man multiple Kulturen in sich vereinen? Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der arabische Diplomat Muhammed al-Wazzan, genannt Leo Africanus, von Piraten gefangen genommen, nach Rom verschleppt und dort von Papst Leo X. getauft. Nach einem Jahrzehnt als hochgeachteter Gelehrter in Italien gelangen ihm die...
