«Theater ist so ein Zusammending»
Ist die das Käthchen?», fragt die Frau um die Dreißig bei Spielbeginn erstaunt ihre Nachbarin. Sarah Viktoria Fricks Käthchen von Heilbronn steht indes als wenig ätherisches Wesen, dafür wie eine zwölfjährige Göre vor Inbrunst leuchtend neben dem still unter ihrer Anwesenheit leidenden Graf vom Strahl (Nicola Mastroberardino). Stimmt, sie ist nicht die klassische Besetzung, sondern eine, bei der man anders hingucken muss.
Meistens bringen ihre Figuren nicht die besten Startbedingungen mit, manchmal stehen sie unter leidenschaftlichem Überdruck wie ihr Käthchen, sind verdrossene Problemfälle wie ihr Puck oder abgründige Aussätzige wie ihre gelähmte Tänzerin im «Woyzeck». Immer aber sind die exzessiven Menschen, die ins Zentrum der Inszenierungen David Böschs rücken, voller unerfüllbarer Bedürfnisse und Sehnsüchte, extremem Liebesverlangen und Verletzlichkeiten. In seichte Gefilde führt das nie. Die großen Gefühlsladungen in Fricks Spiel werden zuverlässig gebrochen, was nichts an ihrer tragikomischen Wahrhaftigkeit ändert. Und das ist nicht nur für die von Bösch erzählten Geschichten, denen Comic und Pop, Kitsch und Medien, kurz: jede Alltagskultur als selbstverständlicher Zeichen- ...
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Weltweit erweckt der 47-jährige Barack Obama das Gefühl, dass derzeit etwas Historisches in den Vereinigten Staaten passiert. Er hat es nicht nur geschafft, sich als erster ernstzunehmender schwarzer Kandidat für die amerikanische Präsidentschaft ins Spiel zu bringen. Der Senator aus Illinois hat auch, unterstützt von einer stetig anwachsenden Grassroots-Bewegung,...
Ständig knackt der Mann Nüsse. Hirnförmige Walnüsse natürlich, denn Peter Lohmeyer als Sebastian Färber, Spitzenarchitekt und Workaholic, besteht selbst nur noch aus Hirn. Tag und Nacht sitzt er über seinen Bauplänen, jagt genialisch den Zeichenstift übers Papier und futtert Walnüsse, die er wie Qi-Gong-Kugeln in der linken Hand klackern lässt, bevor er sie knackt....
Die Frage ist: Wie deutlich muss man werden? Seit Jahren läuft zwischen Theatermachern und -kritikern immer dasselbe Spiel: Die Regisseure inszenieren so drastisch wie möglich, die Rezensenten werfen ihnen Plattheit vor, und am Ende heißt es immer, man solle den Zuschauer doch nicht für dumm erklären, er würde das auch so verstehen.
Nun kann man sich auf den...
