Textkonzert und Kinderzimmer

nach Thomas Mann «Doktor Faustus – my love is as a fever», Gaston Salvatore «Feuerland»

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Das jüngste Beispiel für den Trend zur Roman­adaption ist ein besonders kühnes Unterfangen: Verglichen mit «Doktor Faustus» geht ja sogar «Der Zauberberg» als well-made play durch.

Thomas Manns Spätling (1947) ist die fiktive Biografie des deutschen Komponisten Adrian Leverkühn (1885–1940), wobei die Handlung dem Autor hauptsächlich dazu dient, ein ganzes Füllhorn an essayistisch ausgeführten Themen daran aufzuhängen; musiktheoretische Exkurse (Vorbild für den Romanhelden war Arnold Schönberg) stehen neben politischen Analysen und philosophischen Betrachtungen über Deutschland und das Wesen der Kunst.

Wie Faust hat auch Leverkühn einen Pakt mit dem Teufel geschlossen – oder glaubt das zumindest. Tatsache ist, dass er sich in jungen Jahren bei einer Prostituierten wissentlich mit Syphilis infiziert hat. Solange die Krankheit nur in ihm schlummert, erlebt er kreative Höhen­flüge; sobald sie aber ausgebrochen ist, führt sie zu einem jähen Ende der Karriere und einem langsamen Verdämmern in Agonie.

Regisseurin Friederike Heller schließt mit «Doktor Faustus – my love is as a fever» an ihre tolle Inszenierung von Peter Handkes «Spuren der Verirrten» (2007) an; wieder haben wir es mit einem ...

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Theater heute Januar 2009
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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