Sprengen ist eine Option
Drei Theater, drei Städte, ein Thema, so lässt sich das Konzept von «Industriegebietskinder» zusammenfassen, dessen Ergebnisse im Mai in Halle präsentiert wurden. Das Kinder- und Jugendtheater Dortmund, das Thalia Theater Halle und das Theater Strahl aus Berlin haben im letzten Jahr begonnen, ihre jeweilige Industriegeschichte in verschiedenen Beteiligungsformaten für das Theater nutzbar zu machen.
Ob Kruppsche Industrieschmieden, Elektrowerke oder Chemiekombinate, in allen drei Gebieten stellt sich heute die Frage des Strukturwandels und damit die nach dem Maß des Bewahrens und den Möglichkeiten von Zukunft. Die Ergebnisse der drei Häuser wurden auf einem einwöchigen Festival in Halle gezeigt – themengerecht in einem alten Gasometer.
Den ersten Aufschlag machten die Gastgeber, die sich – nicht zum ersten Mal – das Phänomen Halle-Neustadt vornahmen, eins jener Vorzeigeplattenbaugebiete, mit denen die DDR nicht nur den neuen Menschen formen, sondern auch ihr Wohnungsproblem kostengünstig lösen wollte. Der Prototyp sozialistischen Wohnens gilt heute als sozialer Brennpunkt.
Katharina Brankatsch, die bei «Neu Statt Sterben» nicht nur Regie geführt hat, sondern auch für den Text ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2015
Rubrik: Magazin: Jugentheater, Seite 59
von Torben Ibs
Aalen, Theater der Stadt
2. Schiller, Der Parasit
R. Robert Teufel (Freilichttheater)
18. nach Saint-Exupéry, Der kleine Prinz
R. Ann-Kristin Ebert
23. nach Teller, Nichts
R. Julius Ferstl
Berlin, Komödie
19. Heinersdorff, Der Kurschattenmann
R. Horst Johanning
Bremen, Shakespeare Company
19. Mak/Goos, Fully Female
R. Sabina J. Mak/Annika Goos
Coburg, Landestheater
4....
Als der dem KZ entkommene Jude Edgar Hilsenrath, geb. 1926, Ende der 60er Jahre für seinen Roman «Der Nazi und der Friseur» einen deutschen Verlag suchte, hagelte es Absagen: Tollkühn erschien der Versuch, den Holocaust aus der Perspektive des Täters zu erzählen, unzumutbar die Geschichte des Massenmords als wilde, pornografische Kasperlegroteske. In den USA...
Bevor es ernst wird – und ich Ihnen einige unordentliche Gedanken vortrage –, beginnen wir scheinbar heiter. Sie kennen das Aperçu von Oscar Wilde: «Alle Frauen werden wie ihre Mütter, das ist ihre Tragödie. Kein Mann wird wie seine Mutter, das ist seine Tragödie.»
Es gibt kaum eine intimere Situation, mir fällt nur noch eine andere Zweisamkeit ein, als die...
