Sprechtest-Dummys

Yasmina Reza «Im Schlitten Arthur Schopenhauers»

Theater heute - Logo

Die Schotten dicht! Auch nicht «der Hauch eines Ereignisses» soll noch hereindringen in die Welt des Philosophen Ariel Chipman, der sich vom vernunftgläubigen Spinoza-Experten zum depressiven Schopenhauer-Jünger gewandelt hat. Die Weltverneinung auf den Fahnen, befindet sich Chipman im Schlitten auf der Fahrt in den Tod.

 

Draufgesetzt hat ihn Yasmina Reza – mit «Kunst», «Drei Mal Leben» und «Ein spanisches Stück» angeblich die meistgespielte Autorin des Welttheaters –, die «Im Schlitten Arthur Schopenhauers» ursprünglich als schmalbrüstigen 72-Seiten-Roman geschrieben hat (glänzend ins Deutsche gebracht von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel, 2006 im Carl-Hanser-Verlag erschienen): acht sich kreuzende, bissig funkelnde Monologe, in denen der unglückselige Philosoph, seine genervte Ehefrau, ein Freund und eine Psychiaterin aneinander vorbeireden. Besinnungslose Redeschwälle von durchschlagender Banalität zur (De-)Maskierung einer Midlife-Crisis der gebildeten Stände. Die Wege von Spinoza zum Aldi-Markt, von Schopenhauer zur Krawattenfrage, von der Depression zum Orangenschälen werden im Halbsatz zurückgelegt. In den Leerstellen des Geredes lauern bei der Lektüre die kleinen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Chronik, Seite 44
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Orchidee am Tiefen See

Es war ein langes Drama mit Ranküne, Pech und Pleiten, doch angesichts der Entstehungsgeschichte des neuen Hans-Otto-Theaters darf man von einem Glücksfall sprechen, der das Stück mit einem Happy-End beschloss. 

Das erste Potsdamer Theaterpublikum trug noch Perücke. Der Hofstaat Friedrichs II. delektierte sich an dramatischen Stücken ab 1748 im Hoftheater des...

Endspiel, was sonst

1. Warum machen wir das? Man muss ja keine Theaterkritiken schreiben. 

Am Theater kann einen zunächst reizen, dass es als generalistische Form, die im Glücksfall zum Gesamtkunstwerk gerät, alle oder fast alle anderen Genres vereint. Das ist für den Kritiker mindestens eine intellektuelle Herausforderung, erklärt aber noch nicht wirklich sein Objekt der Begierde....

Gute Unterhaltung!

Wenn es um die möglichst lukrative Verbindung von Kunst und Geld geht, macht den Salzburger Festspielen an sich keiner was vor. In der katholischen Kirche aber hat das Festival diesen Sommer seinen Meister gefunden: Auf einem derzeit wegen Renovierung eingerüsteten Turm des Salzburger Doms wurde für die noble Schreibwarenfirma Montblanc geworben. Dass...