Soll doch der Wind erzählen
Das gängigste Vorurteil über französische Filme lautet: Dort wird immer so viel geredet. Diese Einschätzung hält der filmhistorischen Gesamtbetrachtung nicht unbedingt stand, aber wer die Filme von Eric Rohmer, Jacques Doillon oder Jacques Rivette als «typisch französisch» empfindet, muss zugestehen, dass es bei aller Unterschiedlichkeit der Regisseure doch diesen gemeinsamen Zug gibt: Die Figuren in ihren Filmen reden sich um Kopf und Kragen.
Und sie tun das nicht in Form des sportlich-amüsanten Austauschs von Spritzigkeiten, das die guten amerikanischen Komödien auszeichnet, sondern in eher langen, eher deklamatorischen Erörterungen. Ein großer Teil des breiten Kinopublikums empfindet das als «theatralisch» und drückt damit auch ein gewisses Ressentiment aus. Aber auch ausgesprochene Verehrer von Rohmer oder Rivette geben zu: Die Geschwätzigkeit hat etwas Enervierendes.
Der deutsche Film der letzten Jahre dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm oft und bedeutungsvoll geschwiegen wird. Die Rede ist selbstverständlich nicht von Erfolgskomödien von Bully Herbig oder Otto, sondern vom deutschen Autorenfilm der Gegenwart, und dabei insbesondere von jenen Werken, die unter dem ...
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Was ist das nur für ein allerliebstes Bühnchen, das Karl-Ernst Herrmann da auf die Bühne des BE gestellt hat, ehe Handkes neues Stück überhaupt losgeht! Wie eine Spielzeugschachtel steht das Bühnenmodell, sorgfältig ausgeleuchtet, nahe der Rampe. Es steckt voller Bäumchen, und eine Mini-Allee führt in seine Tiefe. Auch zwei Wanderer-Puppen sind darin zu erkennen....
Die Angst, aus dem Zusammenhang zu fallen, plötzlich in der Luft zu hängen, fremd im eigenen Leben, ist wohl eines der am besten verdrängten und doch mächtigsten Traumata unserer hypervernetzten Gesellschaft. Wie besessen klammern wir uns an die Fetische der totalen Kommunikation, wollen ständig online und erreichbar sein, doch hinter all dem lauert die latente...
1998, zum 100. Geburtstag Bertolt Brechts, versammelten sich fünf seiner Schüler in der Akademie der Künste in Berlin, um darüber zu reden, wie sie Brecht und die Weigel kennengelernt hatten. Das Thema hatte Egon Monk vorgeschlagen, er inszenierte und lenkte auch das erstaunlich heitere und erheiternde Gespräch. Angelika Hurwicz, 1948 die stumme Kattrin in der...
