Sinn oder Geld
Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden ansetzen. Zum Beispiel bei der wenig beruhigenden Erkenntnis, dass sich unser Universum unaufhaltsam ausdehnt, was am Ende nicht gut ausgehen kann. Mit den Worten von Wolfram Lotz: «Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker.
» Ein Ende im «Weltraumschrott».
Sein Stück «Einige Nachrichten an das All» (abgedruckt in TH 4/11) dekliniert diesen starken, klaren und einfachen Gedanken mit spielerischer Konsequenz durch. Es beginnt mit wohlkalkulierter Betroffenheitslautstärke und Gefühlsrührsal am Nullpunkt der Christenheit. Krebskranke Kinder performen ein Krippenspiel – und als sie endlich das Kindlein finden, entpuppt es sich als ein bandagiertes Müllbündel. Dieses Motiv führt ein sehr zusammenhangstiftendes Weiterleben, denn zwei Schwerbehinderte, die rundum selbstreflektierenden Bühnenfiguren Lum und Purl Schweitzke, ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 27
von Franz Wille
Aalen, Theater der Stadt
9. nach Renard, Muttersohn/Poil de carotte (U)
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
1. nach Kesselring, Arsen und Spitzenhäubchen
R. Tim Heilmann
15. Rame/Fo, Bezahlt wird nicht
R. Bernhard Stengele
16. Waechter, Die Eisprinzessin
R. Sabine Schramm
Anklam, Landesbühne
22. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Wolfram Scheller
Augsburg, SEnsemble Theater
9....
Die postdramatischen Aufführungen von Claudia Bosse und ihrem Theatercombinat Wien sind stets eine Reise wert. Sie finden «site-specific» an Orten statt, die man sonst nie im Leben kennen lernen würde: in leer stehenden Bürogebäuden, in Straßenbahnremisen oder Fabrikhallen.
Für das neue Projekt «designed desires» bat sie in die Kantine des ehemaligen...
Emilia Galotti hat die Normen der bürgerlichen Moral so verinnerlicht, dass sie sich lieber von ihrem Vater erdolchen lässt, als sich den prinzlichen Gefährdungen auszusetzen, für die sie ziemlich anfällig ist. Lieber tot als einem Gefühl nachgeben, das die Familienehre verletzt. Eine Aufforderung zum Ehren(selbst)mord – wo gibt’s denn so was heute noch jenseits...
