Die Kantine als demokratischer Ort
Die postdramatischen Aufführungen von Claudia Bosse und ihrem Theatercombinat Wien sind stets eine Reise wert. Sie finden «site-specific» an Orten statt, die man sonst nie im Leben kennen lernen würde: in leer stehenden Bürogebäuden, in Straßenbahnremisen oder Fabrikhallen.
Für das neue Projekt «designed desires» bat sie in die Kantine des ehemaligen Zollamtsgebäudes im dritten Bezirk. Letzteres ist ein riesiger 70er-Jahre-Kasten am Donaukanal; die Kantine, ein kleinerer 70er-Jahre-Kasten, steht gleich daneben.
Der erste Eindruck ist ziemlich überwältigend: Durch die Glasfronten des leergeräumten Gebäudes eröffnet sich dem Besucher ein sehr urbaner Ausblick auf die Flughafenautobahn.
Nach «vampires of the 21st century» (siehe TH 2/11) und «dominant powers» ist «designed desires» der dritte Teil der Theatercombinat-Serie «politische hybride». Politisch daran ist, so steht’s im Programmheft, vor allem eine Präsentationsform, «die die unterschiedlichen Medien nicht einfach als zeitgenössische Ausdrucks- und Distributionsmittel ausbeutet, sondern in und mit der Materialität jedes Mediums (Stimme, Körper, Sprache, Klang, Raum) denkt, arbeitet und komponiert».
Weil für das ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Chronik: Wien, Seite 61
von Wolfgang Kralicek
Mut ist ein großes Wort. Aber wenn einer fragt, wovon denn der Teamgeist des neuen Schauspiels am Theater Basel bestimmt sein könnte, dann hätten wir wenige Monate nach dem Saisonstart des Leitungstrios Martin Wigger, Tomas Schweigen und Simon Solberg eine erste Antwort: Sie wagen was, sie zaudern nicht. Sie gehen aufs Ganze. Und aufs Ganze gehen, heißt auch, das...
Aalen, Theater der Stadt
9. nach Renard, Muttersohn/Poil de carotte (U)
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Altenburg/Gera, TPT
1. nach Kesselring, Arsen und Spitzenhäubchen
R. Tim Heilmann
15. Rame/Fo, Bezahlt wird nicht
R. Bernhard Stengele
16. Waechter, Die Eisprinzessin
R. Sabine Schramm
Anklam, Landesbühne
22. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Wolfram Scheller
Augsburg, SEnsemble Theater
9....
Emilia Galotti hat die Normen der bürgerlichen Moral so verinnerlicht, dass sie sich lieber von ihrem Vater erdolchen lässt, als sich den prinzlichen Gefährdungen auszusetzen, für die sie ziemlich anfällig ist. Lieber tot als einem Gefühl nachgeben, das die Familienehre verletzt. Eine Aufforderung zum Ehren(selbst)mord – wo gibt’s denn so was heute noch jenseits...
