Play Strindberg, kill Schiller

Das Theater Basel startet eine Profilsuche mit drei neuen Schauspieldirektoren

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Mut ist ein großes Wort. Aber wenn einer fragt, wovon denn der Teamgeist des neuen Schauspiels am Theater Basel bestimmt sein könnte, dann hätten wir wenige Monate nach dem Saisonstart des Leitungstrios Martin Wigger, Tomas Schweigen und Simon Solberg eine erste Antwort: Sie wagen was, sie zaudern nicht. Sie gehen aufs Ganze. Und aufs Ganze gehen, heißt auch, das Ganze infrage stellen. Die ganze Welt, ein ganzes Stück. Dieses kreative Risiko hatte unter Elias Perrig, dem grüblerischen Vorgänger in der Spartenleitung, allenfalls zu den Sekundärtugenden gezählt.

Die ersten Amtshandlungen der regieführenden Direktionskollegen Tomas Schweigen (35) und Simon Solberg (33) stammen aus der Feder von August Strindberg und Friedrich Schiller. «Ein Traumspiel», «Don Karlos». Sehr unterschiedliche Geschichten. Letztere beschwört das Recht des Einzelnen auf Rebellion, erstere die Kraft und die Träume eines multitalentierten Kollektivs. Auf der Kleinen Bühne schieben Tomas Schweigen und seine ins Theater Basel überführte Gruppe Far A Day Cage die Erzähllogik beiseite. Im Schauspielhaus verdonnert Simon Solberg «Don Karlos» zur Wiedergeburt als Witzfigur im 21. Jahrhundert. Play Strindberg, kill ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Start Basel, Seite 50
von Stephan Reuter

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