Sei also heiteren Gemüts!

Im Hamburger Schauspielhaus nimmt man Kafka und Tschechow auf die leichtere Schulter: Karin Beiers «Onkel Wanja» und Victor Bodós Kafka-Show «Ich, das Ungeziefer»

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Entweder lebst du hier und hast dich nun eingewöhnt oder du gehst fort von hier und hast es so gewollt oder du stirbst und hast es geschafft. Darüber hinaus gibt es nichts. Sei also heiteren Gemüts.»

Das wäre doch mal ein Spielzeitmotto: Dar-über hinaus gibt es nichts.

Sei also heiteren Gemüts! Der 2000 Jahre alte Aphorismus des stoischen römischen Philosophenkaisers Marc Aurel steht allerdings nicht überm Tor des Hamburger Schauspielhauses, er versteckt sich im Programmheft zu Karin Beiers «Onkel Wanja»-Inszenierung als einer von diversen gelassen illusionslosen Einsprüchen Marc Aurels, die dort den hysterischen, alarmistischen, larmoyanten Zitaten des «Wanja»-Personals entgegengesetzt werden. «Nicht lange mehr, und du bist Asche», da kann man auch gleich aufhören, sich selbst und sein kleines Leid so schrecklich wichtig zu nehmen.

Marc Aurel und Tschechow, kein schlechtes Gespann. Nicht umsonst nannte Tschechow seine Melancholiker-Stücke Komödien: Man darf lachen über all diese Gestalten, die sich nach Moskau sehnen und in Klein-Kleckersdorf hängenbleiben, und sie dürfen einem auch mächtig leid tun. Denn über den Tod hinaus gibt es ja nichts.

Der Tod ist in Karin Beiers ...

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Theater heute März 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Barbara Burckhardt

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