Schöne Bescherung

Zur Weihnachtszeit gegen Windmühlen kämpfen – Thomas Thieme als Sancho Pansa und Rufus Beck als Don Quichotte in Cervantes Ritterstück

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Eine schöne Bescherung ist das, Himmel noch mal!», stöhn-raunzt Thomas Thieme gleich zu Beginn, als würde er im Studio gerade begreifen, worauf er sich da eingelassen hat. Denn für die fünfeinhalb Stunden des wohlgemerkt nur ersten Teils von Cervantes’ parodis­tischem Ritterroman steht ihm noch einiges bevor als Ko-Erzähler, Sancho Pansa und treffend besetzter Gegenspieler von Rufus Beck.

Der spricht den von einem verarmten Adligen erfundenen Ritter mit der kunstvollen Eindringlichkeit eines Märchenerzählers, der vollkommen in dem aufgeht, was er sich als Berichtender gerade einbildet – und somit anscheinend selbst erlebt. Der Mann hat zu viele Ritterabenteuer gelesen, und nun quillt ihm die niedere Wirklichkeit zur vermeintlich höheren Realität.


    Ohne Schnörkel in der Zeit

Mit dieser Besetzung (dazu Anna Thalbach) gelingt nicht nur eine extrem stimmfarbige Sicht auf dieses berühmte Paar der Weltliteratur, sondern in der Dramaturgie von Erzählen und Dialog auch ein kaum erwarteter Fluss zwischen konkret Episodischem und der barock merkwürdigen Erzählanlage samt zeilenlanger Kapitelüberschriften aus der Verdichtung dieses panoramatischen Werks. In der Neuübersetzung von Susanne ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Thomas Irmer

Vergriffen
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