Reine Nervensache
Man stelle sich ein Stück vor mit etwa einem halben Dutzend Antje Vollmers: alles herzensgute Menschen, die mit eiserner Unbedingtheit ein Leben lang das Allerbeste wollen und doch nur als Talkshowgäste enden.
So ähnlich muss man sich die generationenübergreifende Patchwork-Familie denken, die Darja Stocker in «Zornig geboren» zusammenruft.
Sophie, angehende Agrikulturwissenschaftlerin, hat eine französische Großmutter, die in der Résistance war, später Zwangsarbeiterin, vielleicht auch Nazimätresse, und einen Altachtundsechziger-Papa, der an Burn-out leidet und seine gleichgültigen Schüler nicht mehr versteht. Sie hat einen Bekannten Micha, der immer das gleiche Bild malt und dabei seinen Vater sucht, der als Arzt in Afrika verschollen ist; sie hat außerdem ein Bodenverbesserungspraktikum in Afrika hinter sich, währenddessen sie drei Freunde gefunden hat, die aber nicht den afrikanischen Acker kultivieren wollen, sondern sich auf den Weg nach Westen machen, wobei zwei von ihnen sterben und die dritte als Prostituierte den ausgebrannten Lehrer trifft.
Zu erwähnen wären aber auch noch der verlorene Geliebte der Großmutter, der vielleicht Michas Vater sein könnte und eine locker ...
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