Recht auf Arbeit
«Das Fest ist das Gegengift zur Leistungsgesellschaft! Seien Sie unser Gast, legen Sie den Zuschauer ab, geben Sie Ihre vom Theatersitz gefesselte Haltung auf.» Vermutlich locken solche Sätze kaum jemanden mehr als die Kritikerin, deren Arbeitsplatz genau der Theatersitz ist, auf dem sie – komme, was da wolle – präzise beobachten, gescheit analysieren und keinesfalls einschlafen soll.
Wie oft wäre man mehr als dankbar, würde einem hier eine schlichte Flasche Bier in die Hand gedrückt, die Musik aufgedreht, und gut is’?
Schon im vergangenen Mai hat die Performance- und Subenventionsergatterungskünstlerin Helena Waldmann ihre subversive Ader entdeckt. Gut 160 Jahre nach Paul Lafargues «Recht auf Faulheit» und sechs Jahre nach Guillaume Paolis «Fröhlichen Arbeitslosen» veranstaltete sie im Rahmen des Internationalen Forums beim Berliner Theatertreffen den Workshop «Shop ohne Work». Auch wenn mancher aus der Ferne angereiste junge Bühnenenthusiast enttäuscht seine Däumchen drehte, fing ein harter Kern Feuer.
Gemeinsam mit der als Schaf maskierten Waldmann laden diese sieben Feierfreudigen nun in die Sophiensaele (weitere Koproduktionspartner und Aufführungsstationen sind Kampnagel ...
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Nach Hysterialand linksum!», steht in roter Typografie auf der ersten Seite des Programmhefts der «Tosca». Das Motto stammt von Martin Kippenberger. «Ich kann mir doch nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden», beeilt sich Lars Rudolph in der Rolle des Cavaradossi mit einem zweiten Kippenberger-Zitat. Was hat der mit «Tosca» zu tun? Nun, wie der verstorbene Kippenberger...
Wenn man sich das deutsche Kino als ein Wirtschaftssystem vorstellt, mit verschiedenen Branchen, dann wäre der Regisseur Andreas Kleinert ein Vertreter der Schwerindustrie; Verhüttung, schweres Gerät und hohe Temperaturen.
Seine Filme handeln von Außenseitern, die ihr Außenseitertum mit aller Macht behaupten: Der Wendeverlierer Walter etwa, den Hilmar Thate in...
Wir persönlich hätten uns ja auch Margot Honecker und Wolf Biermann als «Traumpaar von einst» vorstellen können. Wo Florian Havemann in seinem symbolischen Vatermord-Wälzer «Havemann» gerade so lustig von einem One-Night-Stand der DDR-Staatsratsvorsitzenden-Gattin und -Volksbildungsministerin mit dem ausgebürgerten Sänger plauderte! Egal, ob es sich dabei um...
