Raus und rein
An der Bar gibt es die «Marathontüte»: Wenigstens physisch soll man mit Brezel, Corny-Riegel und Softdrink frugal, aber heil durch den Abend kommen. Es darf geknistert werden. Der Zuschauerraum ist bei der zweiten Stuttgarter Aufführung schon zu Beginn nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt.
Seit der Recklinghauser Premiere im Mai bei den Ruhrfestspielen muss es sich herumgesprochen haben – dieser Abend ist sehr, sehr lang, vier Stunden Minimum, und von Sean O’Caseys «hinterhältiger Komödie» aus dem Jahr 1940 ist so wenig übrig geblieben, dass der Suhrkamp Verlag die Benutzung des Originaltitels und des Autorennamens nach der Premiere untersagt hat. So wurde aus Sean O’Caseys «Purpurstaub» «Staub. Ein Abend von Sebastian Hartmann».
Man kann sich also kurzfassen bei der Inhaltsangabe des so gut wie nie und auch hier kaum gespielten O’Casey-Stückes, das Peter Palitzsch 1963 justament in Stuttgart zur deutschen Erstaufführung brachte. Es erzählt die Geschichte von zwei reichen Engländern, deren dekadenter Drang zurück zur Natur sie ins ländliche Irland führt, wo sie, im Schlepptau zwei irischstämmige leichte Mädchen, ein abgewracktes Tudorschloss erwerben, das sie mit Hilfe einheimischer ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Barbara Burckhardt
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