Rache-Engel
Für Literaten ist ein Engagement in Hollywood zumeist ein zweischneidiges Schwert. Viele Autoren können davon berichten, wie lukrativ das Schreiben für die Filmstudios ist, aber auch davon, wie folgenlos diese Arbeit meistens bleibt. Bret Easton Ellis prahlt in seinem neuen, autobiografisch angehauchten Roman «Lunar Park» damit, dass er lediglich ein paar Drehbuch-Anmerkungen machen muss, um ein großzügiges Honorar zu kassieren.
Und in ihren traurigen, kürzlich erschienenen Memoiren schildert Joan Didion, wie selten die Filme, an denen sie gearbeitet hat, auch wirklich in die Kinos kamen. Meistens sind die bekannten Autorennamen nur Vehikel, die das intellektuelle Prestige der Filme aufpeppen sollen. Das Drehbuch geht sowieso durch so viele Filmstudio-Hände, dass vom Einfluss des Autors kaum etwas übrig bleibt.
Tony Kushner allerdings, der zusammen mit Eric Roth das Drehbuch für Steven Spielbergs Blockbuster-Drama «München» geschrieben hat, beweist, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Stattdessen hat er Spielberg zu seinem bisher anspruchsvollsten und besten Film überhaupt verholfen. Die Handschrift von Amerikas bekanntestem Dramatiker ist unverkennbar in den prägnanten ...
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baz@rt.de/ch, das sieht aus wie eine kryptische Internetadresse. Doch hinter dem Wortspiel mit Art und Basar steckt ein Festival, das sich mit seinem zweiten Durchgang bereits zu einem der wichtigsten Auftritte im nicht gerade festivalarmen Polen gemausert haben dürfte. Mit dem altehrwürdigen Stary Teatr als Basis gelang es den beiden Kuratoren Agata Siwiak und...
Basel
Man erinnert sich: Schon beim Weggang von Frank Baumbauer vor über zehn Jahren hat die Stadt Basel das Theaterbudget massiv gekürzt. Nach dem Abschied von Michael Schindhelm steht Ähnliches an. Dessen Nachfolger Georges Delnon, derzeit noch Mainz, hat sich mit einem Sparbeschluss von 1,9 Millionen Euro jährlich herumzuschlagen und war schon zuversichtlich,...
Ein Stück Zucker genügt, um den Kleinbürger aus der Fassung zu bringen. «Ihr habt wieder Würfelzucker gekauft?», schimpft der alte Bessemjonow (Martin Schwab), kaum dass er die Szene betreten hat. «Würfelzucker wiegt mehr und ist nicht süß genug. Also ist es Unsinn, ihn zu kaufen.» Dabei hat der gute Mann weiß Gott auch andere Sorgen. Sohn Pjotr (Dietmar König) ist...
