Putzfrauenglück

Kai Ivo Baulitz «Transporter»

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Im Moment verfolgt das Frankfurter Schauspiel unter anderem bundesrepublikanische Familiengeschichten, in denen en passant ökonomische Turbulenzen von den Wirtschaftwunderjahren bis hin zum Turbokapitalismus der New Economy verhandelt werden. Auf Jan Neumanns «Kredit» (siehe S. 40ff.

in diesem Heft) folgt Kai Ivo Baulitz’ «Transporter», mit dem der 36-jährige Schauspieler sein Debüt als Theaterautor vorlegt und sich jenem Segment der Wirtschaftspyramide widmet, in dem man nicht zu Unrecht herzzerreißende Geschichten zu finden hofft: Im Mittelstand, der zwar nach Liechtenstein reisen könnte, bis auf weiteres aber damit leben muss, dass seine Schwarzgeld-Peanuts bei der deutschen Steuerfahndung nur mäßiges Interesse wecken würden.

Krone ist als Mittelständler durchschnittlich erfolgreich und betrachtet als Patriarch auch die Angestellten als Teil seines Eigentums. In seinem Humankapital finden sich einige, die sich gegen solches Besitzdenken sträuben, andere würden gerne noch deutlicher dazu zählen. Eine ehemalige Sekretärin etwa sträubte sich, wurde von Krone aber auf der Kühlerhaube des «Autos der Woche» vergewaltigt. Das Ergebnis heißt Karl, wuchs bei der Mutter auf und taucht ...

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Theater heute April 2008
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Jürgen Berger

Vergriffen
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Gegenkritik

Die Frage ist: Wie deutlich muss man werden? Seit Jahren läuft zwischen Theatermachern und -kritikern immer dasselbe Spiel: Die Regisseure inszenieren so drastisch wie möglich, die Rezensenten werfen ihnen Plattheit vor, und am Ende heißt es immer, man solle den Zuschauer doch nicht für dumm erklären, er würde das auch so verstehen.

Nun kann man sich auf den...

Zuschauer: Schauspieler, Poltiker, Selbstdarsteller

Michael Merschmeier Wir haben zusammen Jürgen Goschs Inszenierung von Tschechows «Onkel Wanja» im Deutschen Theater gesehen. Ihr Vater war Arzt, Sie haben auch Medizin studiert. Ist die Figur des Doktor Astrow Ihrer Erfahrung nach eine Karikatur: ein Trinker, der kaum arbeitet, aber über zu viel Arbeit klagt?

Jürgen Zöllner Die Kombination Arzt und viel Arbeit ist...

So viel Gefühl

Das Rührendste kam zum Schluss: Da verbeugte sich Nuran Calis inmitten seines Teams so ungelenk, so wacker bemüht, der Applaus-Etikette Genüge zu tun, dass der Beifall schier kein Ende nehmen wollte. Es war ohnehin ein Klatschen der gerührten Herzen. Wann hatte man zuletzt einen so ungehemmt naiv und un­ironisch gespielten Klassiker gesehen? So ungebrochen auf die...