Post-Feminismus? Vielleicht später mal
Für manche gehört schon Mut dazu, dieses Wort überhaupt auszusprechen: Feminismus. Insbesondere die personalisierte Form. Ich sei eine Feministin, stellte mich kürzlich ein Journalist bei einem Interview vor, und sofort bekam ich tröstende Emails von Bekannten, da sei ich aber schlecht behandelt worden. Feministin? Welch eine Beleidigung! Der Begriff des Feminismus hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren einen so negativen Beiklang erhalten, dass man zunächst versucht ist, zu beteuern, welche Schrecklichkeiten mit diesem Feminismus, dem man anhänge, nicht gemeint seien.
Aber warum – warum so schüchtern? Es gibt keinen Grund, sich für eine politische Haltung zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, die sich die Abschaffung einiger der schlimmsten sozialen, physischen, ökonomischen und kulturellen Missstände vorgenommen hat. Darum sei diesem Text die Erklärung vorausgeschickt, dass die Verfasserin keine Notwendigkeit sieht, zunächst irgendeinen bestimmten Feminismus zu beschreiben, zu kritisieren und sich davon zu distanzieren, um sich im späteren Textverlauf dann zu einem anderen, «zeitgemäßeren» Feminismus zu bekennen, der die (mutmaßlichen) Mängel des zuerst genannten nicht ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 16
von Hilal Sezgin
Blizzard-Maschinen blasen Stefan Hunstein auf die Bühne der Münchner Kammerspiele. Kaum lässt sich die Türe halten, mühselig schleppt er seinen schneeverkrusteten Rucksack auf die hölzernen Planken, die Johan Simons weit in den Zuschauerraum ragen lässt. Ein scheinbar schlafender Pianist am plastikverhüllten Kneipenklavier erwartet ihn. Sonst nichts. Der...
Wir behaupten jetzt einfach mal, dieser März sei nicht nur der Monat der Frauen, sondern auch des Rock’n’Roll. Beweise gefällig? Am Leipziger Centraltheater treten gleich zwei alte Haudegen an: Jürgen Kruse forscht mit «Looking for Easy Rider» nach der bedröhnten Gesellschaft, Michael Schweighöfer, gerade noch in Aki Kaurismäkis «Mann ohne Vergangenheit» auf der...
Kinderlosigkeit führt heute zu allem Möglichen, zu weiblichen Karriereplänen, demographischen Debatten, künstlichen Befruchtungen, Leihmüttern, aber nicht zu Mord. Hauptmanns «Ratten» aktualisieren zu wollen, wäre absurd. Zur Gegenwart aber gehört die selbstreferentielle Struktur dieses Dramas: wie es sich auf sich selbst beziehen muss, wenn es über die...
