Post-Feminismus? Vielleicht später mal

Zur theoretischen Vielfalt des Feminismus und zur neuen Politik des Privaten von Hilal Sezgin

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Für manche gehört schon Mut dazu, dieses Wort überhaupt auszusprechen: Feminismus. Insbesondere die persona­lisierte Form. Ich sei eine Feministin, stellte mich kürz­lich ein Journalist bei einem Interview vor, und sofort bekam ich tröstende Emails von Bekannten, da sei ich aber schlecht behandelt worden. Feministin? Welch eine Beleidigung! Der Begriff des Feminismus hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren einen so negativen Beiklang erhalten, dass man zunächst versucht ist, zu beteuern, welche Schrecklichkeiten mit diesem Feminismus, dem man anhänge, nicht gemeint seien.

Aber warum ­– warum so schüchtern? Es gibt keinen Grund, sich für eine politische Haltung zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, die sich die Abschaffung einiger der schlimmsten sozialen, physischen, ökonomischen und kulturellen Missstände vorgenommen hat. Darum sei diesem Text die Erklärung vorausgeschickt, dass die Verfasserin keine Notwendigkeit sieht, zunächst irgendeinen bestimmten Feminismus zu beschreiben, zu kritisieren und sich davon zu distanzieren, um sich im späteren Textverlauf dann zu einem anderen, «zeitgemäßeren» Feminismus zu bekennen, der die (mutmaßlichen) Mängel des zuerst genannten nicht ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 16
von Hilal Sezgin

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