Politthriller

Augsburg: Jean-Paul Sartre «Die schmutzigen Hände»

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Es war sein erfolgreichstes Drama und sein größter Misserfolg zugleich: «Die schmutzigen Hände», Jean-Paul Sartres Stück über einen politischen Auftragsmord, hat sich am Abend der Uraufführung 1948 in Paris verselbständigt – und alle Versuche des Autors, es wieder einzufangen, zeigten sich wenig effektiv. Publikum und Kritik feierten das Stück als antikommunistisches Statement – ein Schlag ins Gesicht für den Schriftsteller und Philosophen, der sich selbst als «Weggefährten» der revolutionären Parteien Europas sah.

Von dieser ideologiegeschichtlichen Vorbelastung ist am Theater Augsburg wenig zu spüren. Unvoreingenommen, mit sehr heutigem Blick machen sich die Regisseurin Heike Frank und ihr Team daran, den Stoff auf seine zeitlosen Qualitäten hin zu prüfen. Sie klopfen ordentlich Staub ab, kürzen den Text auf zwei Stunden und finden einen Politthriller vom Feinsten. Rückblickend wird die Geschichte eines Mordes aufgerollt, von dem inzwischen keiner mehr etwas wissen will. 1943 schien dieser aber notwendig, als Illyrien, ein fiktiver Balkanstaat mit starken Ähnlichkeiten zu Ungarn, von Deutschland besetzt war. Also wurde Hugo, ein tatendurstiger Jungrevoluzzer aus gutem Hause, beim ...

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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Chronik, Seite 46
von Cornelia Fiedler

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