Nix Pudel
Welch Schauspiel, aber ach – kein Schauspiel, nein. Ein undurchdringlich schwarzer Raum öffnet sich vor erwartungsvollem Blick. Wuchtige, gleichfalls schwarze Mauern, variabel, an den Seiten. Hier agieren sie – Dirk Glodde (Faust) und Ahmad Mesgarha (Mephistopheles) in grauem Schlabberlook, verdammt ins ewig Leere. Einziger Zufluchtsort des meditierenden Faust – ein klobig-roher Quader nahe der Rampe, das bewusste Fläschchen klaubt er aus einer Bühnenritze.
Artig aufgereiht auf den ersten beiden Parkettreihen die Damen und Herren des Kammerchores Pesterwitz, als Ersatz für eine Halbgardine hinauf oder herab bewegt. Sanft schmeicheln alte Weisen – vom schönsten Wiesengrunde und aufgehendem Mond. Verknappt die Personnage. Der apart distinguierten Christine Hoppe fällt der Rollen fast ein halbes Dutzend zu: Zueignung, Direktor, Der Herr, Erdgeist, das Hexeneinmaleins. Eine glänzende Sprecherin ist sie. Und überhaupt: sprechen, sprechen, sprechen!
«Ich war trunken von Sprache», gesteht der inszenierende Intendant Holk Freytag und schildert im Programmbuch, dass er als Zehnjähriger eine Sendung des Westdeutschen Rundfunks erlebte, mit Erich Ponto als Mephisto und Horst Caspar als ...
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Das Theater», so lautet das Credo von Kurt Hübner auch heute noch, «sollte versuchen, zur Qualität zu aktivieren, Maßstäbe zu setzen, die Mit-telmäßigkeit bloßzustellen und die
Lächerlichkeit ausgeleierter Denkklischees zu zeigen. Es sollte gegen sich selbst noch kritischer sein als gegen andere.»
Rechtzeitig zum 90. Geburtstag des Schauspielers, Regisseurs und...
Allüberall steht er auf dem Spielplan, Shakespeares venezianischer Mohr. Das Stück über die Eliminierung des Fremden passt scheinbar gut zur Aufregung um dänische Mohammed-Karikaturen, eine Regensburger Papstrede und, jüngst, zur LKA-Warnung, die in Berlin zur Absetzung der Oper «Idomeneo» führte. Die Angst, sich unbeliebt zu machen bei den gefährlichen...
Die Direktion Herbert Föttingers in der Josefstadt beginnt wenig überraschend: Der Vorhang geht auf. Die Art und Weise aber, wie der Eiserne an diesem Abend geöffnet wird, hat durchaus symbolischen Charakter: Die Schauspieler selbst sind es, die den schweren Stoff mühevoll nach oben stemmen, und wenn er dann endlich in lichte Höhen entschwindet, bestaunen sie...
