Nimm dies, Halunke!
Superman-Comics, die die westliche Welt gegen das Böse verteidigen, gibt es wie Sand am Meer. Rebekka Kricheldorf hat sich nun dem Weltenretter gewidmet, der seit 1940 unter dem Namen Captain America alles eliminiert, was sich gegen die Supermacht USA stellen könnte. Sein erster und wichtigster Fall war Hitler, dann kamen Stalin und im Zuge der paranoiden McCarthy-Ära der Kommunismus an sich. Als die USA in der Endphase des Vietnamkrieges außenpolitisch in einer Sackgasse landete, drohte der Captain arbeitslos zu werden.
Spätestens seit 9/11 und Al Quaida muss er wieder Überstunden machen und durfte nun auch im Heidelberger Theater zeigen, was er so drauf hat.
Die Uraufführung gab es im schönen und praktisch sanierten Alten Saal. Aus der barocken Bonbonschachtel ist ein exzellenter Kammerspielraum für’s Sprechtheater geworden. Kann hier überhaupt was schiefgehen, fragt man sich. Dagegen steht, dass Rebekka Kricheldorf sich mit ihrem Superhelden, den sie Sergeant Superpower nennt, zu viel vorgenommen hat. Da ist ja nicht nur ein Superman unterwegs, dessen Abenteuer die jüngste Geschichte der USA spiegeln. Kricheldorf will auch erzählen, wie die Comic-Figur im US-amerikanischen ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Jürgen Berger
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
Ein Mann in bequemen Alltagsklamotten liegt, an die Wand des White Cubes gedrückt, auf dem Boden. An der gegenüberliegenden Wand beugt sich ein Tänzer nach unten, berührt mit gestrecktem Arm den Boden und streckt zugleich den anderen Arm nach oben, als wollte er die Spannweite seiner Arme messen. Eine Frau singt an der Rückwand des Raumes, und vorn erzählt gerade...
Es riecht nach Äpfeln und sieht nach DDR aus im alten Kino im sächsischen Königstein, wo die zweite Doppelpass-Produktion der Landesbühnen Sachsen und der Tanzcompany Bodytalk stattfindet. Im Saal mit seinen grünen Stofftapeten, den ocker-braunen Vorhängen und dem holzbefeuerten Bollerofen scheint die Zeit nicht erst 1989 stehen geblieben zu sein. Anna Viebrock...
