Nina Raine; Foto: Jack Ladenburg
Neue Stücke · Aufführungen (01 2018)
Aufführungen
Es gibt einiges zu tun für Dramaturg*innen (s. das Gespräch S. 42 ff) und Regisseure, um in Graz Thomas Manns «Zauberberg» (1000 Seiten, Regie Alexander Eisenach), in Stuttgart Melvilles «Moby Dick» (900 S., R. Jan-Christoph Gockel), in Berlin James Joyces 800-Seiten-Stream-of-consciousness «Ulysses» (R. Sebastian Hartmann) und in Frankfurt Kafkas «Schloss» (400 S., R. Robert Borgmann) ins Bühnenformat zu schrumpfen.
Geradezu bescheiden nehmen sich dagegen Michail Bulgakows 150 Seiten «Hundeherz» und Kleists 140 «Kohlhaas»-Seiten aus, die in Zürich Alvis Hermanis und am Hamburger Thalia Theater Antú Romero Nunes inszenieren. Ans von Kleist vorgegebene Format hält sich in Basel dafür Julia Hölscher mit dem Doppelgänger-Spiel «Amphitryon», und auch bei Shakespeare reichen ein paar Striche: Am Hamburger Schauspielhaus nimmt sich Karin Beier den «Kaufmann von Venedig» vor, in Frankfurt Marius von Mayenburg «Romeo und Julia», in Dresden Thomas Dannemann «Maria Stuart». In Köln inszeniert Rafael Sanchez Becketts «Endspiel», in Leipzig Claudia Bauer Jarrys «König Ubu» und in Oberhausen Neu-Intendant Florian Fiedler Ibsens «Volksfeind». Auch Simon Stone hält sich am Wiener ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Daten, Seite 72
von Red.
Eigentlich keine schlechte Idee: Warum nicht dem AfD-Rechtsausleger Björn Höcke, der in einer Dresdner Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal ein «Denkmal der Schande» genannt hat, eine Mini-Ausgabe davon in Nachbars Garten stellen? Gedacht, getan. Aktionskünstler des Zentrums für Politische Schönheit haben neben Höckes Privathaus im thüringischen Bornhagen ein...
In Zeiten wie diesen wäre sie eigentlich das perfekte Postergirl, diese französische Superheldin des späten Mittelalters: Jeanne d’Arc, die schwertschwingende Jungfrau von Orléans. Sie würde all den Weinsteins dieser Welt zeigen, wo die Harke hängt. Ihre Waffe wäre ein Twitteraccount. Ihr Hashtag: #MeToo oder #BalanceTonPorc. Ihre Botschaft: Zieht die Schwänze ein....
Sterbehilfe heiter gemacht. Magnus Vattrodt sinniert in seinem Stück «Ein großer Aufbruch» nicht lange und schon gar nicht tief darüber nach, ob das freiwillig bestimmte Ausscheiden aus dem Leben ein heikles Thema ist; er nimmt’s gleich von der eher komischen Seite. Denn gestorben wird in dem boulevardesken und problemausweichenden Werk dann zur großen...
