Innige Umarmung
Eigentlich keine schlechte Idee: Warum nicht dem AfD-Rechtsausleger Björn Höcke, der in einer Dresdner Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal ein «Denkmal der Schande» genannt hat, eine Mini-Ausgabe davon in Nachbars Garten stellen? Gedacht, getan. Aktionskünstler des Zentrums für Politische Schönheit haben neben Höckes Privathaus im thüringischen Bornhagen ein Grundstück gemietet und darauf 24 Betonstelen platziert, die nicht nur von Ferne sehr an Peter Eisenmans Berliner Mahnmal erinnern.
Und da Höcke eine «erinnungspolitische Wende um 180 Grad» angemahnt hatte, wurde auch der Bornhagener Nachbau im Vergleich zum Berliner Vorbild um 180 Grad versetzt. Ergänzend verlangten die Artivisten von Höcke, für eine Räumung des Grundstücks vor dem Mahnmal auf die Knie zu fallen und für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs um Vergebung zu bitten. Andernfalls wollten sie die Ergebnisse ihrer mehrmonatigen, angeblich sehr aufschlussreichen Höcke-Beobachtungen aus nächster Nähe veröffentlichen: «Mehrere aufschlussreiche Dossiers stehen zur Veröffentlichung bereit.»
Wie bei vorherigen ZPS-Aktionen ging es auch diesmal bei aller Liebe zum Detail – 180 Grad! – weniger um die Sache selbst ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Franz Wille
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