Nackte Liebeserklärungen
Fünf Darsteller in Alltagskleidern stehen auf einer absolut leeren Bühne, in eigenartigen, deutlich voneinander unterscheidbaren Gesten erstarrt. Einer hält den linken Arm ausgestreckt, als hielte er einen Hirtenstab, eine andere lagert ihm zu Füßen auf dem Boden, den Oberkörper seitlich aufgestützt, ein Dritter steht breitbeinig und mit leicht eingeknickten Knien, als trüge er einen länglichen, schweren Gegenstand – eine Braut, eine Teppichrolle, eine Leiche oder auch nur die «größte Toblerone der Welt», wie es im Verlauf des Abends einmal heißen wird.
Nacheinander beginnen die Akteure zu sprechen: «I imagine...» Sie stellen sich Handlungen und Situationen vor, alltägliche und außergewöhnliche, die ihre Körperhaltung erklären, sie zueinander in Beziehung setzen, diese Beziehungen uminterpretieren: Die Frau, die auf der Bühne liegt und sich selbst als verführerisch schöne Herrscherin sieht, ist für den Mann daneben die alte Tante, der er den Tee reicht.
Genial einfach: Ivana Müllers «While we were holding it together»
Diese Posen werden sie während der nächsten Stunde, den ganzen Theaterabend hindurch, beibehalten, über die Schmerzgrenze des eigenen Körpers hinaus. Blackouts ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ihr neues Layout, sehr geehrte Redaktion, verliert meiner Ansicht nach gegenüber dem bisherigen. Getreue Leser, besonders so langjährige Leser und Sammler wie ich (mit einem Abonnement von «Theater heute» seit den 60er Jahren) mögen keine Veränderungen einer Zeitschrift, die sie lieben – eben weil sie so ist, wie sie ist. Mein genauer Vergleich vorher/ nachher...
Am Frankfurter Schauspiel gibt es Sprechtheater, Gesangsabende, Performance-Projekte und Installationen, gelegentlich Skandale und manchmal auch Kongresse. Um allerdings ein Ereignis zu erleben, muss man ganz genau in den Spielplan schauen und eine der wenigen Produktionen finden, in denen Friederike Kammer mitspielt. Aber Vorsicht, die Schauspielerin ist ein...
Wenn Schorsch Kamerun Recht hat, dann schützt Wohlstand vor Angst nicht. Er hat die These, dass «wie kein anderes Gefühl die Angst unser Leben begleitet» und das «trotz immer größerer Freiheit, gesteigerten Möglichkeiten und immer mehr tollen Angeboten». Zum Beispiel dem tollen Angebot eines therapeutischen Theaterabends. Ganz tief runter zieht uns Schorsch Kamerun...
