Das Chamäleon-Ereignis
Am Frankfurter Schauspiel gibt es Sprechtheater, Gesangsabende, Performance-Projekte und Installationen, gelegentlich Skandale und manchmal auch Kongresse. Um allerdings ein Ereignis zu erleben, muss man ganz genau in den Spielplan schauen und eine der wenigen Produktionen finden, in denen Friederike Kammer mitspielt. Aber Vorsicht, die Schauspielerin ist ein Chamäleon. So virtuos jongliert sie mit Alterszuordnungen, Wesensarten und Manierismen, dass man sie jedes Mal neu entdeckt. Oder eben nicht wiedererkennt – was sie selbst dann doch ein bisschen ärgert.
Seit 2001 ist die gebürtige Berlinerin fest in Frankfurt engagiert, und die ersten Jahre war ihr dieser Phantom-Status egal. Inzwischen aber, nach immerhin sechs Spielzeiten, wünscht sie sich, auch jenseits des Rampenlichts, «irgendeiner würde einen mal so anschauen, als hätte er einen schon mal auf der Bühne gesehen».
Ohoho, Klytaimestra!
Immerhin gibt es da diese Frau, die im Kaufhof arbeitet und Friederike Kammer auf eine Aufführung angesprochen hat. «Das ist mein einziger Fan», sagt die Schauspielerin verschmitzt. Um dann verwundert und begeistert zugleich von einem Mann zu berichten, der sie neulich in einem Restaurant ...
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