Nachruf: Theater von Anfang an
Wer das Glück hatte mit Geesche Wartemann zu arbeiten, der konnte ihre Begeisterungsfähigkeit erleben, ihre Leidenschaft für das Theater, für dessen Zuschauer, insbesondere wenn diese Zuschauer Kinder waren. Zu erleben war aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Überzeugungen vertrat. Sie redete nichts schön. Ohne Angst sich angreifbar zu machen, nahm sie Missstände nicht einfach hin.
Mit ihrer sanften, aber bestimmten Art verstand sie es, Kritik zu üben, nicht ohne Vorschläge zur Verbesserung zu machen und dafür Verantwortung zu übernehmen», schreibt Mieke Matzke zum Tod ihrer Kollegin Geesche Wartemann.
Geesche Wartemann, geboren 1966 in Hameln, war eine Grenzgängerin zwischen Theaterwissenschaft und -praxis. Zwischen Studium, Promotion und Juniorprofessur an der Universität Hildesheim arbeitete sie auch immer wieder am Theater, etwa bei der freien Gruppe Theater Mahagoni oder als Theaterpädagogin am Staatstheater Braunschweig. Nach einer Gastprofessur im norwegischen Kristiansand übernahm sie in Hildesheim die erste (und bislang einzige) Professur für Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum und nutzte die Herausforderung, dieses Forschungsgebiet auch in ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Red.
«Sex». So hat Anne Imhof die Schau genannt, die sie für das Performance-Festival der Tate Modern an Londons Themse-Ufer entworfen hat. Weil sie Einsilber mag, die weite Assoziationsräume öffnen. Wer ihre dreiteilige «Oper» namens «Angst» von 2016 kennt oder 2017 auf der Biennale in Venedig den «Faust» im deutschen Pavillon besucht hat (für den sie den «Goldenen...
Zum Glück geht Gott nicht ins Theater. Er wäre einigermaßen entsetzt, wie heruntergewirtschaftet seine Schöpfung ist. Er hatte zwar nur sieben Tage Zeit, die Welt zu erschaffen, trotzdem verdient er nicht, was ihm der Hamburger Dramatiker Wolfram Lotz da in seinen beiden Hörspielen «Das Ende von Iflingen» und «In Ewigkeit Ameisen» (beide 2007 verfasst), die nun im...
Am Anfang ist scheinbar noch alles in Ordnung: ein detailgetreu nachgebautes Zimmer einer Arbeiterwohnung im New York der 50er Jahre. Damals gab es in den USA schon, was uns heute umtreibt: illegale Einwanderung. Und am Ende hat dieses Problem die ganze falsche Ordnung aufgelöst. Von der tristen Ordnung zum schönen Chaos, von Realismus zu abstrakter Symbolik, das...
