Magdeburg: Politpointillismus

Kai Ivo Baulitz «Die Fraktion» (U)

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Man muss genau hinschauen, wenn man der Kom­munalpolitik ihren eigenen Heroismus able­sen will. Etwa so wie Rimini Protokoll anno 2005 in ihrer Schiller-Adaption «Wallenstein», in der sie den von eigenen Mannen gestürzten Stadtrat Dr. Sven Joachim Otto als Wiedergänger des kaiserlichen Generals vorstellten. Noch tiefer im lokalen Handgemenge erkennt man das Heldentum der Fußsoldaten, nicht in der Ausnahmesituation, sondern im Regelfall: in alltäglichen entsagungsvollen Paragraphenritten, in kräftezehrenden Sitzungsstunden mit viel Gezerre um Allianzen.

In diesen Niederungen ist Kai Ivo Baulitz’ Politsatire «Die Fraktion» angesiedelt. Auch hinter Baulitz’ Werk liegt, ähnlich wie bei Rimini Protokoll, Recherchearbeit. Parlamentsakten haben er und das Magdeburger Team gewälzt, Interviews geführt und die ältere und neuere Stadthistorie Magdeburgs untersucht. Einige Ergebnisse dieser Arbeit vermittelt der begleitende informative Audio-Walk «Hört auf diese Stadt!». In der fiktionalen Verarbeitung hat sich Baulitz dann von den konkreten Bestandsaufnahmen gelöst und eine leichte, kluge Parabel auf demokratische Basisarbeit als solche verfasst.

Die Errichtung einer Stele schlägt sein ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Christian Rakow

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