Kreative Fruchtfolge

Ruedi Häusermann hat sehr genaue Vorstellungen von Ort und Zeit seines idealen Theaters

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Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.

Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der gemächlich vorführt, was unten und oben ist. 

Zwei der Hallen entpuppen sich als perfekte Proberäume und gleichzeitig wunderbare Aufführungsorte.

In der dritten befinden sich die Werkstätten, die Schreibräume und die Begegnungszentrale, eine riesige Küche mit einem imposanten Tisch in der Mitte. Da wird gerüstet, gerichtet, gekocht und gegessen und getrunken und gelacht. Das ist der Platz für die Erfindungsrunden. Sehr gut ist auch, dass der Ort unkündbar ist und ein ganzes Leben, solange man darin arbeitet, wie ein Besitz zur Verfügung steht. Man hat alle Freiheiten zu allen denkbaren Veränderungen. Eine unbekannte, höchst charakterstarke Fördergesellschaft wickelt sämtliche pekuniären Angelegenheiten ab, stellt keine Ansprüche und mischt sich nicht ein. Traumhaft!

Mich hat seit jeher der Wunsch begleitet, eine ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 18
von Ruedi Häusermann

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erlauben Sie mir, dass ich wie jeder hilflose Redner, der seine Zuhörer später mit ein paar ernsten Thesen langweilen muss, mit einem Witz beginne. Eine Mutter fragt ihren kleinen Sohn, was er sich zum Geburtstag wünscht. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Ich hätte gerne ein o.b.!» Die Mutter sieht den...

Deutsche Erstaufführungen

A
Alan Ayckbourn
Alle lieben George (Staatstheater Nürnberg)

B
Jeff Baron
Mischpoke (Neues Schauspiel Ensemble, München)

Paco Bezerra
Grooming (Deutsches Theater Göttingen)

C
Adam Cass
Ich liebe dich, Mann (Stadttheater Pforzheim)

Guillaume Corbeil
Man sieht sich (Theater der Jungen Welt, Leipzig)

D
Lisa D’Amour
Detroit (Theater Münster)

F
Nathalie Fillion
Durch den Wind...

Labor der Vielfalt

Der Zustand der Theater ist Ausdruck der Gesellschaft, von der sie unterhalten werden. Ästhetisch. Strukturell. Organisatorisch. Wie sollte es auch anders ein. Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so, wie es ist. Das Personal, die ästhetischen wie politischen Programme bilden ab, wie es um die Macht- und Verteilungsverhältnisse in Deutschland, in...