Kopfgeburt
Seht euch diese Augen an, riesige Puppenaugen, die schläfrig, mild und traurig in die Welt blicken. Sie schauen aus riesigen Schwellköpfen, die die Figuren aus Lukas Linders «Die Trägheit» tragen, so dass der Rest ihres Körpers unverhältnismäßig klein und putzig wirkt, wenn sie etwa mit den Händen in die Luft greifen oder die Beinchen regen.
Menschen am Rande des Abgrunds – oder darüber hinaus, so zeigt es die Bühne im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspiels, wo Tina Lanik auf schräg und hoch gestellter gelber Fläche das Puppenkisten-Drama aus dem beschädigten Leben uraufführt. Die Regisseurin hat sich einen Kopf gemacht – und damit dem ein bisschen zu netten Stück über die träge Masse Mensch eine ihm dienliche Formbehauptung aufgepflanzt.
Linder, Sieger des von Thomas Jonigk initiierten Düsseldorfer Nachwuchs-«Autorenlabors» 2008/09, erzählt von Herrn Kleinmann. Der ist, wie sein amerikanischer Vorvater, der Handlungsreisende Willy Loman, ein Jedermann. Ohnehin über Nacht grau geworden, wird die Welt noch eine Schattierung dunkler, als ihm sein Chef Walter kündigt. Was bleibt dem übrig, droht doch ständig der Konkurs, so dass er mit einem Sprung aus dem Fenster seiner ...
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Die Geschichte funktioniert wie ein Kippbild. Je nach Betrachtung ändert sich der Eindruck. Eine Lehrerin sieht rot, nimmt ihre Schüler in Geiselhaft und hält sie mit geladener Pistole in Schach. Der Film «La journée de la jupe» von Jean-Paul Lilienfeld paukt provokativ und polemisch als melodramatischer Thriller mit Migrationshintergrund sein Pensum durch. Dabei...
Fernsehen
Freitag, 1.
13.00, Theaterkanal: Kazuo Ohno – Ich tanze ins Licht – ein Film (2004) von Peter Sempel
15.00, 3sat: Der Zimmerspringbrunnen – Spielfilm (2001) nach dem Roman von Jens Sparschuh, mit Götz Schubert, Gustav Peter Wöhler, Hermann Lause u.a., Regie Peter Timm
16.20, Theaterkanal: Die Möwe – von Tschechow, mit Lola Müthel, Hermann Lause, Hans...
«Altendorf ist da, wo es anfängt, nach Döner zu riechen. In Altendorf kann jeder Tag dein letzter sein.» Sätze wie diese schleudern die Jugendlichen zur Begrüßung Richtung Publikum und stellen dann nüchtern fest: «Altendorf ist da, wo ihr nie hingeht.» Stimmt. Selbst wenn man nur wenige Kilometer entfernt wohnt, kommt man hier nicht hin. «Dicht besiedelt und...
