Köln: Die Schöne und der Knast

David Schalko «Kimberley» (U)

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Eine schöne Mörderin, die ihre Ehemänner tötet, im Keller einbetoniert und im Gefängnis ein Kind bekommt, hat schon starkes Starpotenzial. In Ös­terreich füllte die Geschichte der «Eislady Esti» Klatschspalten und Feuilletons. Selbst der Schriftsteller Thomas Glavinic sprach nach einem Gefängnisbesuch fasziniert von ihren «bemerkenswerten Vibes» und «zarten Händen». Eigentlich wäre der Fernsehregisseur, Autor, Talkshow-Macher und Lyriker David Schalko der richtige Mann, der skurrilen Verehrungsfreude unserer österreichischen Nachbarn auf die Spur zu kommen.

Mit seiner Serie «Braunschlag» schuf er etwa eine Provinzposse über ein Dorf, dass sich aus Geldgier eine Marienerscheinung erfindet und darüber zugrunde geht – mit seinen bitterbös-zynischen Charakterzeichnungen und der langsam-verwackelten Filmweise gilt er als Revolutionär der österreichischen Fernsehlandschaft.

Auf das Theater lässt sich dies nur bedingt übertragen. In Schalkos erstem Theaterwerk, dem Singspiel «Kimberley», hat die Mörderin ihre Strafe schon abgebüßt, im Gefängnis wird ihr selbst die durchgedreht-liebestolle Psychologin (Sabine Waibel) im grünen Latex-Anzug verfallen. Als Kimberley neben einem Dreiergespann ...

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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Dorothea Marcus

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