Kalte Füße
Vor sieben Jahren inszenierte Tina Lanik am Schauspiel Frankfurt die Uraufführung von Thomas Jonigks «Hörst du mein heimliches Rufen». Man kennt sich also, und es sieht so aus, als sei jetzt, da es am Münchner Residenztheater um Jonigks neuestes Stück ging, von Seiten der Regisseurin so was wie Leidensfähigkeit im Spiel gewesen. Das braucht es auch, will man beim Lesen bis zu dem Punkt gelangen, an dem Jonigk preisgibt, um was es ihm eigentlich geht.
Zuerst ist da nur ein gewisser Werner von Späth, der sich in einem verkommenen Hotel einmietet und vom Hotelmanager und dessen Zimmermädchen belagert wird. Der Manager geht wieder, das Zimmermädchen bleibt. Die Betten hat es nicht frisch bezogen, dafür mümmelt es umso penetranter im Zimmer des Gastes. Und dann schneit auch noch eine überdrehte Frau ins Hotelkabuff mit Palmentapete (Bühne: Stefan Hageneier) und behauptet, sie habe dieses Zimmer belegt. Die Frau heißt Christine, lässt sich nicht vertreiben und verhindert, dass Jonigks Stück gleich zu Beginn den Tod der Langeweile stirbt.
Das Quasselschrappnell bringt Leben in die Bude, während Werner von Späth nur schweigend rumsitzt und sie loszuwerden versucht. Gelegentlich nölt das ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Jürgen Berger
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