Jugend mit und ohne Gott
Das Theater und die katholische Kirche haben vieles gemeinsam. Beide Institutionen versprechen moralischen Beistand und seelische Reinigung, beide haben trotzdem mit Publikumsschwund zu kämpfen. Während die Kirche dem aufgeklärten Bürger zu dogmatisch ist, verhält es sich mit dem Theater genau umgekehrt: Das «Anything Goes» der zeitgenössischen Bühnensprache wird von konservativen Theaterfreunden als Dekadenzerscheinung verteufelt.
In einer solchen Situation ist es ein interessanter Ansatz, wenn sich Theater und Kirche in der Mitte treffen.
Eine Woche vor Ostern hat das Berliner Maxim Gorki Theater die Stadt mit Plakaten für ein Stück namens «Die Gottlosen» zugepflastert, auf dem folgender Satz von Jean-Luc Godard zitiert wird: «Die Zeit ist derart bedürftig geworden, dass sie nicht mehr in der Lage ist zu erkennen, das Fehlen Gottes als Fehlen zu erkennen.» Unter den Premierenbesuchern, die sich zu ungewöhnlich früher Stunde (Beginn 18 Uhr) vor dem Theater versammelt haben, befinden sich offensichtlich auch Menschen, die normalerweise eher die Kirche frequentieren. «Ich bin mit Schwester Lütgen hier!», verkündet einer. Ein anderer bedankt sich bei seinem Begleiter dafür, dass ...
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Zum ersten Mal wurde eine Handke-Inszenierung von Friederike Heller vor zwei Jahren nicht zum Theatertreffen eingeladen. Damals hatte die junge Regisseurin den grantigen «Untertagblues» frech und sehr überzeugend als zeitgenössische Publikumsbeschimpfung inszeniert. Am selben Ort (Akademietheater) und mit demselben Hauptdarsteller (Philipp Hochmair) bewies Heller...
Wer nach einer schnellen, runden, konsumablen «Perser»-Interpretation sucht, die das antike Drama auf ein paar gängige Aktualisierungen herunterbricht und als gutverdauliche 90-Minuten-Terrine serviert, ist mit Dimiter Gotscheffs Inszenierung (siehe TH 11/06) eindeutig schlecht beraten. Keine saloppe Verstehens-Anbiederung, die so tut, als wäre Aischylos’ Tragödie...
Handball ist ein gefährlicher Sport. In neun Fingern Kapselrisse und vier Mal das Nasenbein gebrochen ist zumindest die Bilanz von Hans Löw. Hätte der talentierte Sportler, den man in seinen Jugendjahren nie ohne Ball gesehen haben soll, weiter gemacht und wäre kürzlich Weltmeister mit dem deutschen Handballteam geworden, dann sähe die Liste sicherlich noch...
