Eine Herausforderung
Wer nach einer schnellen, runden, konsumablen «Perser»-Interpretation sucht, die das antike Drama auf ein paar gängige Aktualisierungen herunterbricht und als gutverdauliche 90-Minuten-Terrine serviert, ist mit Dimiter Gotscheffs Inszenierung (siehe TH 11/06) eindeutig schlecht beraten. Keine saloppe Verstehens-Anbiederung, die so tut, als wäre Aischylos’ Tragödie ein rotziges Gegenwartsstück; keine eingängige Übersetzung, die suggeriert, das antike Drama sei ein netter Fernsehfilm.
Und vor allem keine Schauspieler, die sich die fremd-vergangene Welt mit den psychologischen Reflexen von heute anverdauen und mundgerecht wieder von sich geben.
Stattdessen – eine Zumutung. Schon Heiner Müllers Übersetzung, die dem alten Text streckenweise wortwörtlich folgt, erfordert genaues Zuhören. Dann fünf Schauspieler, die den Text nicht erklären oder illustrieren, sondern hochkonzentriert und mit einiger Intelligenz nach unten senden, aber das Denken, was er denn heute zu bedeuten habe, dem Zuschauer überlassen. Schließlich eine Bühne, die sich mit einer simplen Wand begnügt, um Paläste erstehen und vergehen zu lassen.
Die Geschichte vom Untergang des siegesgewissen Perserheers, das Xerxes ...
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